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Accident prevention by careful analysis and awareness May 06, 2010

Flughafen Frankfurt am MainEven small breakdowns entail to serious repercussions at airports, which are usually associated with high costs. For the airport operator Fraport AG therefore priority safety culture has a high. The development of some analysis and awareness-raising tools for the reduction in accidents has therefore paid to the company in every respect.

Unternehmen

Logo der Fraport AG
Fraport AG
Frankfurt Airport Services Worldwide
Bereich Arbeitsschutz PSL - A
60547 Frankfurt am Main

Aufgabe

Auf der Grundlage von Gefährdungsanalysen sollen den Mitarbeitern festgelegte Maßnahmen zur Vermeidung und Reduzierung von Unfällen durch genaue Analyse und Bewusstseinsbildung vermittelt werden. Des Weiteren wird durch genaue Unfallanalyse und verhaltensorientierte Sicherheitsgespräche das Bewusstsein für ein sicheres Arbeiten der MitarbeiterInnen geprägt.

Problem

Der mit Abstand größte deutsche Flughafen ist zugleich eines der weltweit bedeutendsten Luftfahrtdrehkreuze. Am Frankfurt Airport arbeiten rund 70.000 Menschen. Allein die Fraport AG beschäftigt über 12.000 MitarbeiterInnen, die sich um einen möglichst reibungslosen Flugbetrieb kümmern. Arbeitsunfälle bedeuten nicht nur für die Beschäftigten unter Umständen großes Leid, sie verursachen auch häufig Störungen in einem Umfeld, das eigentlich keine Störungen duldet, weil die Abläufe sehr eng getaktet sind. Nicht zuletzt deshalb schlagen sich Arbeitsunfälle auch in sehr hohen Kosten für das Unternehmen nieder.

Lösung

In den letzten Jahren wurde bei der Fraport AG die Gefährdungsbeurteilung stetig zu einer, mit allen Bereichen abgestimmten, neuen Durchführungssystematik optimiert. Die bisherige verwendete Methode konnte nicht mehr alle Anforderungen an eine zeitgerechte Gefährdungsbeurteilung unter anderem Berücksichtigung der gegenseitigen Gefährdung gerecht werden. Aus diesem Grund wurde die Systematik überarbeitet und in diesem Rahmen wurden neue Erhebungsbögen erstellt. Ein entsprechendes Verfahren mit dem festgelegten Ablauf wurde in das Managementsystemhandbuch der Fraport AG integriert und ist dadurch für alle Bereiche des Unternehmens bindend (siehe Abbildung 1). Dadurch ist sie fest integrierter Bestandteil der vorhandenen Planungs-, Gestaltungs- und Verbesserungsprozesse.

Verantwortlich für die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung ist die Führungskraft des jeweiligen Bereiches / der Abteilung. Durch die Beratung eines sogenannten Erhebungsteams werden die Führungskräfte entsprechend unterstützt. Dieses Team setzt sich aus folgenden Teilnehmern zusammen: Führungskraft des Bereiches, MitarbeiterIn der zu beurteilenden Tätigkeit, Betriebsarzt, Betriebsrat und Fachkraft für Arbeitssicherheit. Bei Bedarf können weitere Beauftragte des Unternehmens (Schwerbehindertenvertretung, Abfallbeauftragter usw.) hinzugezogen werden. Dadurch ist gewährleistet, dass alle Experten im Arbeits- und Gesundheitsschutz sich bei der Beurteilung aktiv einbringen können. Durch ständige Schulung und Sensibilisierung der Führungskräfte vor Ort haben diese erkannt, welchen Stellenwert und Nutzen die Gefährdungsbeurteilung hat sowie dass sie als Führungskräfte verantwortlich für die Durchführung, Ableitung und Weiterverfolgung von Maßnahmen sind, um ihre MitarbeiterInnen zu schützen. Die Einbindung bzw. Beteiligung der MitarbeiterInnen am Prozess der Gefährdungsbeurteilung stärkt deren Eigenverantwortung für gesundheitsgerechtes Verhalten. Sie werden dabei sensibilisiert und akzeptieren Verbesserungsmaßnahmen eher, wenn sie selbst mitarbeiten können. Die Gefährdungsbeurteilung wird somit zum Instrument der Motivation und Einbeziehung.
Die Gefährdungsbeurteilung setzt sich aus folgenden Dokumenten zusammen:

  • Funktions-/ Tätigkeitsgefährdungsbeurteilung
    Jede Funktion bzw. Tätigkeit innerhalb der Organisation wird beurteilt. Es werden alle Gefährdungen in Verbindung mit der Tätigkeit und damit verbundenen Arbeitsmitteln und –stoffen erfasst. Dieses Dokument ist das Kernstück der Gefährdungsbeurteilung.
  • Arbeitsbereich- Datenblatt
    "Geschlossene" Arbeitsbereiche werden festgelegt und beurteilt. Das Hauptaugenmerk liegt auf der gegenseitigen Gefährdung der verschiedenen Arbeitsplatztypen untereinander, aber auch mit Fremdfirmen, Passagieren und Besuchern.
  • Arbeitsmittel- Datenblatt
    Ermittlung und Beurteilung aller vom MitarbeiterIn verwendeten Arbeitsmittel. Es werden Prüffristen festgelegt und ggf. die befähigten Personen zum Prüfen benannt.
  • Arbeitsstoff- Datenblatt
    Ermittlung und Beurteilung aller vom Mitarbeiter verwendeten Arbeitsstoffe, sowie deren Substitution bei vorliegenden Gefährdungen

Beim Auftreten von weiteren Belastungen bzw. Anzeichen auf Überbelastung oder Beschwerden werden zusätzliche Datenblätter erhoben:

  • Checkliste: Heben und Tragen von Lasten (nach der Leitmerkmalmethode)
  • Checkliste: Ziehen und Schieben (nach der Leitmerkmalmethode)
  • Persönliche Schutzausrichtung
  • Büro- und Bildschirmarbeitsplatz
  • Biostoffverordnung
  • Explosionsschutz- Dokument
  • Psychische Belastungen

Zur Bewertung des Risikos der einzelnen, erkannten Gefährdungen wird eine Risikomatrix in Anlehnung an Nohl und Thiemecke genutzt. Bewertungsaspekte in dieser Matrix sind die Eintrittswahrscheinlichkeit und die möglichen Folgen (Schadensschwere bzw. Gesundheitsrisiken). Das Erhebungsteam diskutiert in der Gruppe die Bewertung jeder Gefährdung und stuft diese entsprechend der Matrix ein. Der ermittelte Risikokennwert RK wird auf dem Formblatt entsprechend dokumentiert. Eine Beispiel ist in Abbildung 2 zu sehen.

Eine Handlungsanleitung für alle Beteiligten zur zukünftigen Nutzung wurde erstellt. Über spezielle Schulungsmaßnahmen können sich die Bereiche über die neue Systematik zur Gefährdungsbeurteilung informieren.

Doch trotz eines bestehenden hohen Niveaus an Sicherheitstechnik auf dem Flughafen kommt es zu Unfällen und Zwischenfällen, die einen reibungslosen Betrieb verhindern. Um einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu gewährleisten und einen Kulturwandel zum sicheren Arbeiten zu erreichen, wurden in jüngster Vergangenheit schwerpunktmäßig die "weichen Faktoren" in den Fokus gerückt. Als Instrumente wurden dabei "Sicherheitsgespräche" und "Unfallanalysegespräche" eingeführt. Sie sollen das Bewusstsein der Mitarbeiter für Unfallgefahren stärken und bisher übersehene Gefährdungen aufdecken.

Die Unfallanalysegespräche sollen Unfallursachen systematisch aufspüren. Die Ergebnisse dieser Gespräche werden mit der Gefährdungsanalyse abgeglichen und führen gegebenenfalls zu neuen Maßnahmen. Die Einbeziehung der betroffenen Beschäftigten in die Ursachenanalyse und die Maßnahmenfindung sind wichtig, um die Beschäftigten für den betrieblichen Arbeitsschutz und die laufende Präventionsarbeit zu gewinnen. Die richtige Strategie entscheidet dabei, ob ein Lerneffekt und somit eine Vorbeugung oder Vermeidung von zukünftigen Unfällen wirksam wird. Entscheidend ist dabei die Rolle der Führungskräfte. Wenn sie die Beschäftigten zu sicherem Handeln motivieren, auf die Einhaltung von Sicherheits- und Schutzbestimmungen hinwirken und für ein positives Arbeitsklima sorgen, ermöglich und fördern sie die Gesundheit im Betrieb. 

Wirksamkeit der Ergebnisse

Mit diesen Maßnahmen wurde die bisher beste Unfallstatistik im Unternehmen erreicht. Die Unfälle und die damit verbundenen Kosten konnten erheblich reduziert werden. Trotz weiter steigender Zahlen im Flugverkehr konnte dieses günstige Niveau bisher gehalten werden. Dank einer erfolgreichen, systematisch betriebenen Präventionsarbeit erreicht Fraport im ADV-Vergleich (1.000-Mann-Quote) bei der Unfallentwicklung eine Spitzenposition und der aktuelle Trend ist weiterhin sehr positiv. In Abbildung 3 ist der Verlauf der 1000-Mann-Quote der letzten Jahr dargestellt.

 

Weitere Praxisbeispiele finden Sie in unserer Rubrik Beispiele Guter Praxis.

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Ansprechpartner

im Unternehmen:

Jochen Fischer
Leiter Arbeitsschutz
Leitender Sicherheitsingenieur
Fraport AG PSL - A
60547 Frankfurt am Main

Tel.: 069 - 690 70415
Fax: 069 - 690 59535
j.fischer@fraport.de
http://www.fraport.de