Vorwort
Dieses Portal ist ein Projekt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Die Umsetzung erfolgte in Abstimmung und mit freundlicher Unterstützung der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (EU-OSHA) und den Repräsentanten der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA).
Für die Mitwirkung möchten wir uns an dieser Stelle bedanken. Was unsere Partner dazu bewogen hat, Ihre Fachkompetenz in dieses Portal einfließen zu lassen, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Arbeitsschutzmaßnahmen dienen der Sicherheit und Gesundheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Sie nutzen aber auch den Unternehmen. Gesunde Mitarbeiter, die sich an ihren Arbeitsplätzen sicher fühlen sind leistungsfähig und motiviert. Es gibt weniger Ausfälle aufgrund von Krankheitstagen und weniger Kosten aufgrund von unfallbedingten Betriebsstörungen. So trägt Arbeitsschutz auch zum Erhalt und zur Steigerung der Produktivität von Unternehmen bei – und damit auch zu ihrer Wettbewerbsfähigkeit.
Die Gefährdungsbeurteilung ist in Deutschland und in Europa eine der tragenden Säulen für ein systematisches und erfolgreiches Sicherheits- und Gesundheitsmanagement im betrieblichen Ablauf. Darum führt die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) in den Jahren 2008/2009 eine Informationskampagne zur Gefährdungsbeurteilung durch.
Im Rahmen dieser Kampagne hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) das Portal Gefährdungsbeurteilung entwickelt. Wichtigster Beweggrund war, dass es in Deutschland etwa 1000 Handlungshilfen zur Gefährdungsbeurteilung gibt. Nutzer, die für sie geeignete Handlungshilfen suchen, mussten bisher bei den Unfallversicherungsträgern, den staatlichen Aufsichtsbehörden, bei Instituten und Verlagen usw. recherchieren. Das ist zeitaufwändig und mühsam und hat insbesondere kleine und mittlere Betriebe in der Vergangenheit eher abgeschreckt.
Das von der BAuA in Abstimmung mit den Trägern der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) entwickelte Portal soll den Prozess der Gefährdungsbeurteilung transparenter machen und den Zugang zu Handlungshilfen erleichtern. Es hat zudem den Vorteil, dass die Inhalte kontinuierlich auf den neusten Stand gebracht werden können.
Zielgruppen des Portals Gefährdungsbeurteilung sind die Arbeitgeber - sie tragen die Verantwortung für die Umsetzung geeigneter organisatorischer Maßnahmen -, aber auch die Arbeitnehmer und ihre Vertretungen, denn nur mit ihrer aktiven Beteiligung kann eine Gefährdungsbeurteilung erfolgreich durchgeführt werden. Auch die Arbeit der Sicherheitsbeauftragten – in Deutschland etwa 520.000 –, der Fachkräfte für Arbeitssicherheit, der Betriebsärzte, Sicherheitskoordinatoren und der Mitarbeiter technischer Aufsichtsdienste soll durch das neue Portal erleichtert werden.
Die BAuA hofft, mit ihrem Portal den Gedanken und die Durchführung des Arbeitsschutzes in Deutschland und Europa weiter zu verbreiten und zu verankern.
Isabel Rothe
Präsidentin der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (OSHA)

Wir begrüßen diese exzellente Initiative der BAUA, eine zentrale Plattform zur Gefährdungsbeurteilung bereitzustellen. Dieses Portal gibt Arbeitgebern und Arbeitnehmern notwendige Instrumente zur sektor- oder risikospezifischen Gefährdungsbeurteilung an die Hand und zeigt Maßnahmen zur Steigerung von Sicherheit, Gesundheit und Produktivität am Arbeitsplatz auf.
Kernstück des Portals ist die Datenbank mit Handlungshilfen zur Gefährdungsbeurteilung. Die Datensätze können dann per Schnittstelle in die europäische Datenbank übertragen werden.
Jeder hat ein Interesse daran, dass Arbeitnehmer sicher und gesund bleiben! Und die meisten Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten kann man vermeiden. Gefährdungsbeurteilung ist der erste Schritt auf diesem Weg.
EU-OSHA hat die europaweite Informationskampagne "Gesunde Arbeitsplätze" entwickelt. Das Ziel der Kampagne 2008-2009 ist es, arbeitsbedingte Unfälle und Krankheiten durch verbesserte Gefährdungsbeurteilungen zu reduzieren. Die Kampagne richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen und an Hochrisikobranchen wie Baugewerbe, Landwirtschaft und Transport.
Das gesamte Kampagnenmaterial steht in 22 EU-Sprachen zur Verfügung und kann kostenlos von dieser Internetseite heruntergeladen werden: http://hw.osha.europa.eu
EU-OSHA will Einzelpersonen und Organisationen jeder Größe dazu ermutigen, an der Kampagne teilzunehmen und während der Europäischen Woche oder zu einem anderen Zeitpunkt der Kampagne ihre eigenen Veranstaltungen und Aktivitäten zu organisieren.
Gemeinsam mit Ihnen hoffen wir, die Wichtigkeit der Gefährdungsbeurteilung für jeden Arbeitplatz zu unterstreichen und somit arbeitsbedingte Unfälle und Krankheiten in Europa und darüberhinaus zu verringern.
Jukka Takala
Direktor der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz
Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA)

Gesunde, qualifizierte und motivierte Beschäftigte sind in den Betrieben und Verwaltungen eine wesentliche Voraussetzung für die Bewältigung der großen Umwälzungen in der Arbeitswelt; sie treiben Innovationen voran, sichern damit die Wettbewerbsfähigkeit und letztlich den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen.
Arbeitsschutz hat für das reibungslose Funktionieren sämtlicher Arbeits- und Produktionsabläufe im Betrieb große Bedeutung. Eine gute betriebliche Arbeitsschutzorganisation und ein auf Prävention ausgerichtetes Arbeitsschutzverständnis bewirken, dass die Beschäftigten besser vor den Gefährdungen in der modernen Arbeitswelt geschützt werden, dass sie weniger Fehlzeiten durch Arbeitsunfälle oder arbeitsbedingte Erkrankungen haben, eigene Verantwortung für ihre Sicherheit und Gesundheit übernehmen und eine höhere Arbeitsmotivation entwickeln. Sichere und gesunde Arbeitsplätze bilden damit eine Basis für dauerhafte Leistungsfähigkeit der Beschäftigten und leisten zugleich einen Beitrag für mehr Lebensqualität bei der Arbeit.
Mit dem "Portal Gefährdungsbeurteilung" wird die effektive Wahrnehmung des Arbeitsschutzes in den Betrieben, vor allem auch in KMU, unterstützt. Es richtet sich an Arbeitgeber und Beschäftigte und stellt ihnen eine Plattform zur Seite, mit deren Hilfe Gefährdungen im Betrieb ohne großen Aufwand erkannt, und in Umfang, Intensität und Ausmaß richtig eingeschätzt werden können.
Die Gefährdungsbeurteilung ist das zentrale Präventionsinstrument des Arbeitsschutzes. Sie ist Voraussetzung dafür, auf sicherer Grundlage den ermittelten Gefährdungen mit passgenauen und wirkungsvollen Schutzmaßnahmen entgegen zu wirken. Maßgeschneidert für diese Aufgabe sind von den Akteuren im Arbeitsschutz, insbesondere von Unfallversicherungsträgern und den Arbeitsschutzbehörden der Länder Handlungshilfen entwickelt worden. Das Portal Gefährdungsbeurteilung bündelt dieses Angebot und dient dazu, den Betrieben rasch und beispielgebend aufzuzeigen, wie sie sich konkret und auf aktueller Basis orientieren können und welche unterstützenden Handlungshilfen zur Gefährdungsbeurteilung zur Verfügung stehen. Flankierend dazu werden Kriterien und Maßstäbe für qualitätsgesicherte Handlungsanleitungen zur Gefährdungsbeurteilung benannt, auf die sich die Nationale Arbeitsschutzkonferenz im Mai 2009 verständigt hat.
Das Portal fügt sich ein in die europäische Kampagne zur Gefährdungsbeurteilung 2008/2009 und ist Bestandteil der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie.
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