Konzeptioneller Managementansatz durch Übertragung von Unternehmerpflichten auf das Aufsichtspersonal 12.09.2010
Unternehmen: Nesseler Grünzig Bau GmbH
Thema: Prävention durch Wirksamkeitskontrolle und geeignete Maßnahmen auf der Baustellen
Unternehmen
Nesseler Grünzig Bau GmbH
Indeweg 80
52076 Aachen
Aufgabe
Durchführen der Wirksamkeitskontrolle verknüpft mit geeigneten Maßnahmen auf der Baustelle.
Problem
In vielen Unternehmen werden Gefährdungsbeurteilungen als Pflichtdokumentation für die Überwachungsbehörden angefertigt und auf Verlangen der Behörden auch vorgezeigt. Eine feste Integration in das tägliche Arbeitsleben ist nicht zu verzeichnen. Die Schutzmaßnahmen bleiben "Papiertiger" und nutzen den Mitarbeitern im operativen Geschäft nichts.
In unserem Arbeitsschutzmanagementsystem sollte ein Weg gefunden werden, um diese Problematik durch strukturierte Vorgehensweise bis an die Basis zu bringen.
Lösung
Im Rahmen der Erstzertifizierung zum AMS Bau wurde ein Konzept entwickelt, mit dem versucht werden sollte, die firmenspezifisch formulierten Standards im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz gedanklich bis zur Basis, verantwortlich bis zur Aufsichtsperson herunter zu brechen.
Hierzu wurden die seit 1984 bestehenden Festlegungen "Übertragung von Unternehmerpflichten" einer kritischen Überprüfung unterzogen und auf die Belange der Firmenphilosophie angepasst. Wichtiger Aspekt in diesem Prozess war, dass nicht ein vorgefertigtes Formular einer BG verwendet wurde, sondern die Vorgaben der Geschäftsführung auf die verschiedenen Hierarchiestufen angepasst wurden. In dieser Pflichtenübertragung lag der Schwerpunkt auf der Zielsetzung, dass nicht nur Pflichten sondern auch Kompetenzen für den Verpflichteten übertragen wurden. Hiermit soll unter anderem auch die Eigeninitiative und das Interesse der Mitarbeiter an den Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz gestärkt werden. Mit der Verpflichtung der Oberbauleiter, Bauleiter und Polieren auf der Baustelle haben wir den Ansatz gefunden, die Theorie der Gefährdungsbeurteilung in das operative Geschäft auf der Baustelle herunter zu brechen.
Durch regelmäßige Mitarbeiterschulungen und Begehungen wird jedem Mitarbeiter im Unternehmen der Stellenwert des Arbeits- und Gesundheitsschutzes deutlich vor Augen geführt.
In Zusammenarbeit mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit werden regelmäßige, unangemeldete Begehungen durchgeführt, um die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz auch aus externer, baustellenunabhängiger Sicht zu beurteilen.
Wirksamkeit der Ergebnisse
Die Wirksamkeit dieser Maßnahme schlägt sich in sinkenden Unfallzahlen im eigenen und in vertraglich gebundenen Unternehmen nieder. Es erfüllt uns mit Stolz, dass wir in den letzen Jahren fast alle unserer Baustellen ohne meldepflichtige Unfälle abgeschlossen haben. Aber auch ein durchgängig organisiertes System ist gegen menschliches Fehlverhalten machtlos. Diesen, jetzt noch sehr kleinen Anteil weiter zu minimieren, ist eine Aufgabe der auf der Baustelle tätigen "Verantwortlichen Personen".
Kosten/Nutzen
Gesunde und motivierte Mitarbeiter sind ein maßgeblicher Anteil des Unternehmenskapitals. Diese Vorteile zu erhalten ist für den Unternehmer der gesetzliche Auftrag.
Den Mitarbeitern das Wissen zu verschaffen um, die ihnen gestellten Aufgaben effizient zu erledigen, ist ein Teil unserer Firmenphilosophie.
Mit unserem Leitsatz "Fordern und Fördern" wollen wir der Überzeugung Ausdruck verleihen, dass es nicht wichtig ist das ein Unternehmen viel Geld in den Arbeitsschutz investiert, sondern es muss so investiert werden, dass sich ein sichtbarer Erfolg aus der Investition widerspiegelt.
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