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GEFÄHRDUNGSBEURTEILUNG
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Managementkonzept "Schulung – Mustergefährdungsbeurteilung – Musterdokumentation" 13.09.2010

Unternehmen: Harzer Pflastersteinbrücke Telge und Eppers, NL der Kemna Bau Andreae GmbH & Co. KG und weitere 60 Steinbruchbetriebe in Deutschland
Thema: Sicherer Umgang mit durch Asbest verunreinigtes Gestein

Unternehmen

Harzer Pflastersteinbrücke Telge und Eppers, NL der Kemna Bau Andreae GmbH & Co. KG
Am Güterbahnhof 5
38667 Bad Hazburg

Aufgabe

Bei der Gewinnung und Aufbereitung potentiell asbesthaltiger mineralischer Rohstoffe in Steinbrüchen kann eine Freisetzung von lungengängigen Asbestfasern nicht ausgeschlossen werden. Davon können Arbeitsplätze in folgenden Tätigkeitsbereichen betroffen sein:

  • Gewinnung
    • Abraumbeseitigung
    • Gewinnung durch Sprengarbeit
    • Laden und Transportieren des Haufwerks
  • Aufbereitung
    • Vor- und Nachzerkleinerung
    • Klassierung/Sortierung
    • Wäsche/Nassaufbereitung
  • Lagerung/Verladung/Versand
    • Verladung von Freilager
    • Verladung aus Silo-Anlage
    • Fahrzeugwaage/Verkaufsbüro
  • Instandhaltung
    • Reparaturen
    • Reinigungsarbeiten 

Problem

An den zuvor beschriebenen Arbeitsplätzen kommt es infolge der mechanischen Bearbeitung (Gewinnung, Transport, Zerkleinerung, Verladung) der mineralischen Rohstoffe zu einer Staubentwicklung. Falls es sich um potentiell asbesthaltige Gesteine handelt, können diese Stäube Asbestfasern kritischen Ausmaßes beinhalten. Gelangen diese in die Lunge, können Gesundheitsgefahren ausgelöst werden. Als Langzeitfolge kann eine Asbestose auftreten, eine bindegewebige Verhärtung des Lungengewebes. Auch das Risiko für ein Bronchialkarzinom und ein Mesotheliom der Pleura (Rippenfellkrebs) steigt an.

Lösung

In bestimmten in Deutschland im Abbau befindlichen Gesteinsvorkommen kann das Auftreten von Asbestmineralen - als Verunreinigung im Gestein - nicht ausgeschlossen werden. Soll in einem Steinbruch ein solches Gestein gewonnen werden, hat der Steinbruchunternehmer grundsätzlich zu ermitteln, ob es bei der Gewinnung und der Aufbereitung des Gesteins zu einer Asbestexposition der Beschäftigten kommen kann. Gegebenenfalls sind dann entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Da Asbest zu den Gefahrstoffen mit sehr hohem Gefährdungspotenzial zählt, müssen von Steinbruchunternehmen die betreffenden Vorschriften der Gefahrstoffverordnung besonders sorgfältig beachtet werden. Diese Vorschriften werden für Tätigkeiten mit potenziell asbesthaltigen mineralischen Rohstoffen und daraus hergestellten Erzeugnissen und Zubereitungen in der im Januar 2007 in Kraft getretenen Technischen Regel Gefahrstoffe (TRGS) 517 näher konkretisiert. In Frage kommende Gesteine sind in Anlage 1 der TRGS 517 genannt.

Von MIRO, StBG und dem Unternehmen wurde deshalb ein integriertes Managementkonzept "Schulung – Mustergefährdungsbeurteilung – Musterdokumentation" für den Umgang mit durch Asbest verunreinigte mineralische Rohstoffe erarbeitet, das allen betroffenen - zumeist kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) – kostenlos zur Verfügung steht.

Es besteht aus:

  • Schulungen zur Erlangung der Fachkunde
    In diesen Schulungen werden die Mitarbeiter aus den Steinbruchbetrieben in die Asbestproblematik eingeführt. Geschult und informiert wird unter anderem zu den Themen: Vorkommen von Asbest in mineralischen Rohstoffen, Gesundheitsgefahren durch Asbest, Vorschriften und Regelungen, Ermittlung potenzieller asbesthaltiger Gesteinvorkommen, Gefährdungsbeurteilung, sowie Organisatorische, Technische und Persönliche Schutzmaßnahmen. Die Teilnehmer erlangen gleichzeitig die in der TRGS 517 geforderte Fachkunde.
  • Mustergefährdungsbeurteilung
    Es wurde eine Muster-Gefährdungsbeurteilung erstellt, die sich speziell auf die Gewinnung und Aufbereitung mineralischer Rohstoffe bezieht. Sie beinhaltet die Gefährdungsanalyse, Abschätzung des Risikopotentials und listet mögliche Schutzmaßnahmen auf, aus denen die Unternehmen die speziell für ihre Arbeitsplätze zugeschnittenen (Staubschutz)-Maßnahmen auswählen können. So können anhand dieser Mustergefährdungsbeurteilung Schritt für Schritt der "Pflichtenkatalog" abgearbeitet und der Gesundheitsschutz verbessert werden.
  • Musterdokumentation
    Die Gefährdungsbeuteilung ist so aufgebaut und gegliedert, dass die Unternehmen durch Beifügung externer Untersuchungsergebnisse und weiterer Unterlagen zeitgleich eine entsprechende umfassende Dokumentation erstellen können.

Wirksamkeit der Ergebnisse

Eine integriertes Managementkonzept zur Asbest-Gefährdungsbeurteilung in Steinbrüchen existierte bislang nicht. Jedes Unternehmen war bei der Beurteilung der Gefahrensituation und den daraus abzuleitenden Schutzmaßnahmen weitestgehend auf sich alleine gestellt.

Die Teilnehmer der Schulungen sind befähigt, ihre Arbeitgeber fachkundig bei der Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung zu beraten. Damit entfällt die Beauftragung externer Berater. Die Gefährdungsbeurteilung kann innerbetrieblich durch den Arbeitgeber beziehungsweise durch einen vom Arbeitgeber hierzu eingesetzten Mitarbeiter durchgeführt werden, da alle hierzu benötigten Informationen bereitgestellt werden.

Durch die in der Mustergefährdungsbeurteilung vorgezeichnete systematische Vorgehensweise wird auf die spezielle Situation des Steinbruch-Unternehmens eingegangen. Der mit der Gefährdungsbeurteilung beauftragte Unternehmensmitarbeiter kann Schritt für Schritt die Einzelaspekte bearbeiten und gleichzeitig die gesetzlich vorgeschriebene Dokumentation entsprechend vornehmen.

Durch Berücksichtigung der betrieblichen Aspekte wird der Vielfalt der Beschäftigten und der Arbeitsplatzsituationen Rechnung getragen. Eine Übertragung auf Arbeitsplätze und/oder Arbeitsplatzsituationen in anderen Mitgliedstaaten ist möglich. Die in der Mustergefährdungsbeurteilung aufgeführten Lösungsmöglichkeiten zur Beseitigung und Minderung einer möglichen Asbestfaserexposition sind spezielle, auf die in Steinbrüchen vorhandene Arbeitplätze, zugeschnittene Schutzmaßnahmen.

Die Umsetzung des Managementkonzepts "Schulung – Mustergefährdungsbeurteilung – Musterdokumentation" ermöglicht es den Betrieben, auf einfache und praxisnahe Weise die in Deutschland vorhandenen Rechtsvorschriften betriebsspezifisch umzusetzen.

Kosten/Nutzen

Der Bundesverband MIRO und die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft – also Arbeitsgeberorganisation und Träger der gesetzlichen Unfallversicherung – haben mit dem Managementkonzept "Schulung – Mustergefährdungsbeurteilung – Musterdokumentation" gemeinsam eine praxisnahe und speziell auf Steinbruchbetriebe zugeschnittene Lösung erarbeitet, mit deren Hilfe die Sicherheit und die Gesundheit an den betroffenen Arbeitsplätzen nachhaltig erhöht werden kann.

Die Schulungen sowie die Bereitstellung der Unterlagen erfolgen kostenlos. Damit entfallen die von jedem Unternehmen aufzubringenden Kosten für externe (kommerzielle) Dienstleistungen.

Nahezu 60 Unternehmen haben bislang Mitarbeiter zu den Schulung entsannt. Alle Unternehmen haben die Mustergefährdungsbeurteilung enthalten und können diese in ihrem Unternehmen umsetzen – und dabei gleichzeitig eine individuell auf den Betrieb zugeschnittene Dokumentation erstellen.

weitere Informationen

Aufbereitung

Verladung

Umsetzung von Schutzmaßnahmen 1

Umsetzung von Schutzmaßnahmen 2

Überblick über die Staubentstehung

Mustergefährdungsbeurteilung und -dokumentation

Schulungen

Artikelaktionen
Ansprechpartner

im Unternehmen:

Herr Andreas Sander
Tel.: +49 5322 5541 18
Fax: +49 5522 5541 55
E-Mail: a.sander@kemna.de

beim Informationsanbieter:

MIRO

Ass. d. Bergf. Walter Nelles
Tel.: +49 221 9346 7462
Fax: +49 221 9346 7464
E-Mail: nelles@bv-miro.org

StBG

Dipl.-Ing. Kurt Kolmsee
Tel.: +49 511 7257 703
Fax: +49 511 7257 791
E-Mail: kolmee@stbg.de