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GEFÄHRDUNGSBEURTEILUNG
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Rechnergestützte Gefährdungsbeurteilung ("GBU online") 13.09.2010

Unternehmen: Innung Farbe Gestaltung Bautenschutz Köln der Maler und Lackierer
Thema: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in Kleinbetrieben

Unternehmen

Innung Farbe Gestaltung Bautenschutz Köln der Maler und Lackierer
Kalscheurer Weg 12
D 50969 Köln

Aufgabe

Kleine Handwerksbetriebe bei der Erstellung von kurzen, präzisen und vollständigen Gefährdungsbeurteilungen (GBU) unterstützen und die Betriebe motivieren, ihre betriebsspezifischen GBU regelmäßig und bei Bedarf zu aktualisieren.

Problem

Über 75% der Beschäftigten im Bauhandwerk arbeiten in Betrieben mit bis zu 10 Mitarbeitern. Über eigene Experten für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz verfügen die kleinen Betriebe nicht.

Die gesetzlichen Vorschriften sind höchst komplex und für den Unternehmer nicht vollständig zu erfassen. Viele kleine Handwerksbetriebe führen keine Gefährdungsbeurteilung durch. Oftmals sehen die Betriebsinhaber die Notwendigkeit hierfür gar nicht ein, nach dem Leitsatz „es ist bisher ja immer gut gegangen“.

Die Gefährdungspotenziale und damit die Risiken auf der Baustelle werden nicht oder nicht vollständig erkannt. Die Mitarbeiter werden nicht unterwiesen, z.B. im Umgang mit Gefahrstoffen, in die Benutzung von Baugerüsten etc. In der Folge kommt es zu Unfällen und Gesundheitsbelastungen der Mitarbeiter, die vermeidbar sind.

Lösung

Kerngedanke der GBU online ist es, den Handwerksmeister menügesteuert, quasi automatisch, zur eigenen vollständigen Gefährdungsbeurteilung zu führen. Wichtig ist in unserem Konzept, dass der Handwerksmeister keine speziellen Vorkenntnisse über Inhalt und Umfang der Gefährdungsbeurteilung haben muss. Er hat sicher alle relevanten Gefährdungen für den jeweiligen Arbeitsplatz bzw. für die jeweilige Baustelle berücksichtigt, wenn er die menügesteuerte Struktur der GBU online vollständig bearbeitet hat. Der rote Faden der GBU online ist in Anlage 1 grafisch dargestellt. In zehn aufeinander aufbauenden Schritten wird der Unternehmer zu seiner betriebsspezifischen Gefährdungsbeurteilung geführt:

  1. Auswahl des Gewerkes
  2. Eingrenzende Fragen
  3. Fragen zum Arbeitsort
  4. Fragen zum Arbeitsgerüst
  5. Fragen zu gefahrstoffhaltigen Produkten
  6. Prüfen der Antworten
  7. Prüfen der Handlungsempfehlungen
  8. Speichern/Drucken
  9. Automatische Wiedervorlage

Zu jedem Arbeitsschritt sind in der Anlage 2 ein oder zwei ausgewählte Screenshots beigefügt. Die Beispiele beziehen sich auf die GBU online für Maler- und Lackiererarbeiten. Weitere Branchenspezifische Gefährdungsbeurteilungen gibt es für Dachdecker und für Gerüstbauer.

Sechs Handwerksorganisationen (Innungen und Verbände) haben die GBU online gemeinsam mit dem Fachunternehmen uve GmbH entwickelt. 157 kleine Handwerksbetriebe, das waren Maler- und Lackierer, Dachdecker und Gerüstbauer, haben die GBU online über mehr als zwei Jahre praktisch erprobt. Alle Anregungen der vielen Projektbeteiligten sind in das Instrumentarium eingeflossen.

Die von uns entwickelte und erfolgreich erprobte GBU online hat im Vergleich zu anderen Handlungshilfen zwei wesentliche Vorteile:

  • Die GBU online ist gewerkspezifisch angelegt; sie berücksichtigt die Arbeitsvorgänge, Arbeitsmittel und Gefahrstoffe, die am Arbeitsplatz des Maler- und Lackierers, des Dachdeckers sowie des Gerüstbauers eingesetzt werden
  • Die GBU online führt direkt zur Gefährdungsbeurteilung; der Nutzer hat die Sicherheit, alle relevanten Aspekte bei der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen

Dadurch erhält der Unternehmer Rechtssicherheit, und das ist für Kleinbetriebe besonders wichtig.

Die GBU online ist keine fertige Gefährdungsbeurteilung "von der Stange"; sie motiviert vielmehr den Unternehmer und seine Mitarbeiter sich qualifiziert mit dem Thema Arbeitssicherheit und Unfallschutz zu befassen. Die GBU online soll ein wesentlicher Bestandteil der täglichen Arbeit und der Organisation eines Betriebes sein. Sie ist Grundlage für die Unterweisung und Unterrichtung der Mitarbeiter nach dem Leitsatz:

"Ein Betrieb ohne Gefährdungsbeurteilung ist wie Fahren ohne Führerschein"

Wirksamkeit der Ergebnisse

Die rechnergestützte Gefährdungsbeurteilung hat bei den Handwerksbetrieben sehr positive Resonanz gefunden. Die folgenden Zahlen sprechen für sich:

Ende des Jahres 2006 hatten von den beteiligten Pilotbetrieben weniger als 10 % eine dokumentierte Gefährdungsbeurteilung. Anfang 2007 ist unsere GBU online eingeführt worden und im Laufe des Jahres 2007 noch weiter verbessert worden. Die Befragung von knapp 140 Pilotbetrieben Ende Mai 2008 ergab dann, dass 91 % der Betriebe über eine dokumentierte Gefährdungsbeurteilung auf einheitlichem Qualitätsstandard verfügten.

Bei den Pilotbetrieben handelt es sich ausschließlich um Kleinbetriebe bis 10 Mitarbeitern. Also gerade um solche Betriebe, die erfahrungsgemäß einen hohen Nachholbedarf in der arbeitssicherheitstechnischen Betreuung haben.

Wir haben also eine außerordentlich hohe Wirksamkeit bei der Zielgruppe "kleine Handwerksbetriebe" erreicht.

Kosten/Nutzen

Die Kosten des Systems einschließlich der ständigen Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung und des dazu gehörigen Gefahrstoffverzeichnisses online und der telefonischen Beratung der Betriebe betragen jährlich etwa 60,00 EUR/Betrieb. Die gesamtwirtschaftlichen Kosten für einen unfall- beziehungsweise krankheitsbedingten Ausfalltag setzen wir mit 300 EUR an. Es ergibt sich ein sehr günstiges Kosten-/Nutzenverhältnis.

Aus den Pilotbetrieben wissen wir, dass es die Mitarbeiter motiviert, wenn sie erfahren, dass ihr Betrieb Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes ergreift. Die Motivation der Mitarbeiter zur Unterstützung und Befolgung von Schutzmaßnahmen für Arbeitssicherheit steigt, und gleichzeitig sinkt die Unfallhäufigkeit. Die Mitarbeiter identifizieren sich stärker mit ihrem Betrieb, die Arbeitszufriedenheit und die Qualität der Arbeit steigen.

Die durchgeführten Interviews bei den Pilotbetrieben haben den Nutzen der rechnergestützten Gefährdungsbeurteilung speziell für Kleinbetriebe eindrucksvoll bestätigt:

  • Praxisnahe und einfache Umsetzung der BGV A2
  • Zugeschnitten auf die Arbeitsvorgänge, Einsatzstoffe, Geräte und Maschinen des Gewerkes
  • Unternehmer wird unterstützt und entlastet
  • Schafft Rechtssicherheit für den Unternehmer
  • Gefährdungsbeurteilung ist kurz und präzise
  • Fördert Bereitschaft zur Gefährdungsbeurteilung;
  • Einfache browserbasierte Anwendung, unabhängig vom Betriebssystem
Weitere Informationen

Anlage 1

Anlage 2

Artikelaktionen
Ansprechpartner

im Unternehmen:

Herr Ernst Girkes (Geschäftsführer)
Tel.: +49 221 3310 726
Fax: +49 221 7198 787
E-Mail: GirkesErnst@farbe-koeln.de

beim Informationsanbieter:

Dr. Michael Meetz (Geschäftsführer)
Tel.: +49 30 31582 465
Fax: +49 30 31582 400
E-Mail: h.siekmann@uve.de