Unfallprävention durch genaue Analyse und Bewusstseinsbildung beim Flughafenbetreiber Fraport AG 14.09.2010
Unternehmen: Fraport AG
Thema: Reduzierung der Unfälle durch systemisches Handeln
Unternehmen
Fraport AG
Frankfurt Airport Services Worldwide
PSL - A
60547 Frankfurt am Mai
Aufgabe
Auf der Grundlage von Gefährdungsanalysen sollen den Mitarbeitern festgelegte Maßnahmen zur Vermeidung und Reduzierung von Unfällen durch genaue Analyse und Bewusstseinsbildung vermittelt werden.
Problem
Der mit Abstand größte deutsche Flughafen ist zugleich eines der weltweit bedeutendsten Luftfahrtdrehkreuze. Am Frankfurt Airport arbeiten rund 70.000 Menschen. Allein die Fraport AG beschäftigt 13.000 Mitarbeiter, die sich um einen möglichst reibungslosen Flugbetrieb kümmern. Arbeitsunfälle bedeuten nicht nur für die Beschäftigten unter Umständen großes Leid, sie verursachen auch häufig Störungen in einem Umfeld, das eigentlich keine Störungen duldet, weil die Abläufe sehr eng getaktet sind. Nicht zuletzt deshalb schlagen sich Arbeitsunfälle auch in sehr hohen Kosten für das Unternehmen nieder: pro Unfall im Schnitt 15.000 Euro.
Lösung
Die Fraport AG hat Ende 2003 das Projekt "RUSH" = Reduzierung der Unfälle durch systemisches Handeln gestartet. Das Ziel war ambitioniert: Halbierung der Unfallereignisse ab dem 2. Jahr nach Projektstart.
Da die Sicherheitstechnik auf dem Flughafen bereits ein hohes Niveau besaß, setzte RUSH schwerpunktmäßig bei den "weichen Faktoren" an. Als Instrumente wurden dabei "Sicherheitsgespräche" und "Unfallanalysegespräche" eingeführt. Sie sollen das Bewusstsein der Mitarbeiter für Unfallgefahren stärken und bisher übersehene Gefährdungen aufdecken.
Die Unfallanalysegespräche sollen Unfallursachen systematisch aufspüren. Die Ergebnisse dieser Gespräche werden mit der Gefährdungsanalyse abgeglichen und führen gegebenenfalls zu neuen Maßnahmen.
Die Einbeziehung der betroffenen Beschäftigten in die Ursachenanalyse und die Maßnahmenfindung sind wichtig, um die Beschäftigten für den betrieblichen Arbeitsschutz und die laufende Präventionsarbeit zu gewinnen. Die richtige Strategie entscheidet dabei, ob ein Lerneffekt und somit eine Vorbeugung oder Vermeidung von zukünftigen Unfällen wirksam wird. Entscheidend ist dabei die Rolle der Führungskräfte. Wenn sie die Beschäftigten zu sicherem Handeln motivieren, auf die Einhaltung von Sicherheits- und Schutzbestimmungen hinwirken und für ein positives Arbeitsklima sorgen, ermöglich und fördern sie die Gesundheit im Betrieb.
Nachdem "RUSH" im Bereich Bodenverkehrsdienste als Pilotprojekt eingeführt wurde, sind im Jahr 2007 die Unfallanalyse- und Sicherheitsgespräche in weiteren Bereichen der Fraport AG und bei der Beteiligungsgesellschaft Fraport Security Services GmbH übernommen worden.
Wirksamkeit der Ergebnisse
Durch RUSH wurde die bisher beste Unfallstatistik im Unternehmen erreicht. Die Unfälle und die damit verbundenen Kosten konnten erheblich reduziert werden. Trotz weiter steigender Zahlen im Flugverkehr konnte dieses günstige Niveau bisher gehalten werden. Dank einer erfolgreichen, systematisch betriebenen Präventionsarbeit erreicht Fraport im ADV-Vergleich (1.000-Mann-Quote) bei der Unfallentwicklung eine Spitzenposition. Dieses positive Ergebnis soll mindestens beibehalten, nach Möglichkeit jedoch weiter verbessert werden.
Kosten/Nutzen
Als positiver Nebeneffekt konnte eine Verbesserung des Arbeitsklimas und die Steigerung der Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter erreicht werden.




