Schichtarbeit und Krebserkrankungen 12.02.2010
[Quelle/Urheber: DGUV Forum, Februar 2010]
Krebserkrankungen, insbesondere der Brust, haben als eine mögliche gesundheitliche Folge von Schichtarbeit besondere Aufmerksamkeit erlangt, seitdem die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) im Jahr 2007 Schichtarbeit, die mit zirkadianen Störungen einhergeht, als "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" einstufte.
Aktuell arbeiten in Deutschland etwa 17 Millionen Erwerbstätige in einer Form von Wechselschichtsystemen, allein 2,5 Millionen in Nachtschicht, darunter 600.000 Frauen und 1,9 Millionen Männer. Durch die Zunahme des Dienstleistungssektors und die Aufhebung des Nachtarbeitsverbots stieg die Anzahl der erwerbstätigen Frauen in Nachtschicht seit der Wiedervereinigung um 35 Prozent an, wobei Arbeitsmarktforscher mit einer weiteren Zunahme rechnen.
Verschiedene epidemiologische Studien geben Hinweise auf eine Beteiligung von Schichtarbeit an der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychischen Störungen. Bei der Beurteilung der Ursachen erhöhter Gesundheitsrisiken bei Schichtarbeitern müssen als wesentliche Einflussgrößen jedoch auch der soziale Status der Arbeitnehmer und die damit assoziierten Risikofaktoren (insbesondere Zigarettenrauchen und Übergewicht) sowie die familiäre Situation berücksichtigt werden.
Neben diesen bekannten Problemen wird aktuell noch eine weitere Gesundheitsgefahr diskutiert: der mögliche Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und Krebserkrankungen. Besonders aufmerksam auf dieses Thema wurde man, als die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) im Jahr 2007 Schichtarbeit, die mit zirkadianen Störungen einhergeht, als "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" einstufte. ....
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