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GEFÄHRDUNGSBEURTEILUNG
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Grenzwerte, Beurteilungskriterien

Grenzwerte

Grenzwerte können zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht angegeben werden. Zu bewerten sind jedoch

  • die Übereinstimmung zwischen den Leistungsvoraussetzungen der Beschäftigten und den Anforderungen der Tätigkeit (optimale psychische Herausforderungen/Belastungen oder Fehlbelastungen)
  • das Auftreten psychischer Fehlbeanspruchungsfolgen wie zum Beispiel das Erleben psychischer Ermüdung bei psychischer Überforderung oder das Erleben von Monotonie bei psychischer Unterforderung.

Gestaltung der Arbeitsinhalte

Bei der Gestaltung der Arbeitsinhalte [10] sind folgende Einflussfaktoren zu berücksichtigen:

  • Vollständigkeit der Tätigkeit
  • Verantwortung - Information
  • zeitlicher und inhaltlicher Tätigkeitsspielraum
  • Kooperation/Kommunikation
  • Durchschaubarkeit, Vorhersehbarkeit, Beeinflussbarkeit
  • emotionale Inanspruchnahme
  • körperliche Abwechslung Qualifikation
  • Qualifikationsnutzung- und -erweiterung

Vollständigkeit der Tätigkeit

Vollständige Tätigkeiten enthalten das selbständige Setzen von Zielen, die Handlungsvorbereitung, die Auswahl der Mittel, die Ausführung und die Erfolgskontrolle und wirken dadurch beanspruchungsgünstig sowie motivationsfördernd.

Es ist daher zu beurteilen, ob die Tätigkeit

  • unvollständig ist, zum Beispiel nur Bearbeiten, nur Kontrollieren
  • Daueraufmerksamkeit bei seltenen Handlungserfordernissen verlangt, zum Beispiel Überwachungstätigkeit in automatisierten Anlagen
  • nur aus Resttätigkeiten nach erfolgter Automatisierung besteht, zum Beispiel Materialzuführung

Verantwortung

  • Sind Kompetenzen und Verantwortlichkeiten unklar?
  • Besteht eine zu hohe oder zu geringe Verantwortung für andere Menschen, das Arbeitsergebnis oder die zu nutzende Technik?

Information

Ein Mangel oder ein Übermaß an Information führt ebenfalls zu psychischen Fehlbeanspruchungen, Dabei sind die folgenden Aspekte zu prüfen:

  • fehlende, unvollständige oder verspätete Informationen zur eigenen Leistung, zum Arbeitsablauf und zum Betriebsgeschehen
  • ungenügende Einweisung in die Arbeitsaufgabe - Treffen von Entscheidungen ohne ausreichende Informationen
  • widersprüchliche Arbeitsanweisungen und Informationen in Bezug auf die Aufgabendurchführung
  • Informationsüberflutung

Zeitlicher und unhaltlicher Tätikeitsspielraum

  • enge Zeitbindung, zum Beispiel bei Taktarbeit, hoher Arbeitsintensität
  • hoher Zeitdruck

Kooperation, Kommunikation

  • keine Variationsmöglichkeiten bei der Arbeitsausführung
  • geringe soziale und/oder fachliche Kontakte mit Kollegen
  • unzureichende Möglichkeiten zur gegenseitigen Unterstützung der Beschäftigten oder Unterstützung durch den Vorgesetzten, zum Beispiel bei Schwierigkeiten während der Arbeit

Emotionale Inanspruchnahme

  • Tätigkeiten, die menschliche Gefühlswerte stark berühren, zum Beispiel Sozialarbeit, Rettungsdienst, Feuerwehr
  • Tätigkeiten, die ein ständiges Eingehen auf andere Menschen erfordern, zum Beispiel auf Kunden, Schüler, Ältere, Patienten - emotionale Dissonanz, zum Beispiel im Call Center, an der Hotelrezeption

Körperliche Abwechslung

  • einseitige Körperhaltung, zum Beispiel nur Sitzen, nur Stehen
  • immer wiederkehrende einförmige Bewegungsabläufe, zum Beispiel am Fließband, beim Bestücken von Automaten

Qualifikationsnutzung und -erweiterung

  • wesentlich höhere oder niedrigere Qualifikation der Beschäftigten als für die Ausführung der Tätigkeit erforderlich
  • qualifikationsfremder Einsatz des Beschäftigten
  • ungenügende Schulung für die Bedienung der Arbeitsmittel, zum Beispiel Computer, Werkzeugmaschinen
  • unzureichende Lernmöglichkeiten

 

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Weitere Informationen

Quelle

"Ratgeber zur Gefährdungsbeurteilung"
Broschüre der BAuA

Autoren:

  • Dr. rer. nat. G. Richter
  • Dr. phil. L. Adolph

Ansprechpartner: