Grenzwerte, Beurteilungskriterien
Strahlenschutzgrundsätze
In der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) und der Röntgenverordnung (RöV) sind folgende Strahlenschutzgrundsätze formuliert: Alle Arten von Strahlenanwendungen müssen gerechtfertigt sein, die Dosis ist möglichst gering zu halten, und eine unnötige Strahlenexposition ist zu vermeiden. In jedem Fall sind die geltenden Dosisgrenzwerte einzuhalten.
Festlegung der Grenzwerte
Die Festlegung der Grenzwerte erfolgt im beruflichen Strahlenschutz durch Vergleich der Risikoakzeptanz mit dem Risiko des Auftretens für strahlenbedingten Krebs. Unter Einbeziehung des aktuellen wissenschaftlichen und technischen Standes werden die Kriterien ständig von nationalen und internationalen Gremien, insbesondere der ICRP, überprüft und gegebenenfalls geändert. Auch unterhalb von Grenzwerten ist die Strahlenexposition so niedrig wie vernünftigerweise möglich zu halten.
Bei Strahlenexpositionen (Heilkunde oder Zahnheilkunde) muss das mögliche Strahlenrisiko des Einzelnen im Verhältnis zum diagnostischen oder therapeutischen Nutzen für den Einzelnen oder für die Gesellschaft stehen.
Grenzwerte für die äußere Bestrahlung sind in der Röntgenverordnung (RöV) und Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) für Personen und Tätigkeiten festgelegt.
Grenzwerte für die Aufnahme von radioaktiven Stoffen in den Körper über Luft, Wasser und Nahrung enthält die Strahlenschutzverordnung. Die Aktivitätszufuhr-Grenzwerte sind so festgelegt, dass bei ihrer Einhaltung auch die Dosisgrenzwerte eingehalten werden.
Dosis-Wirkungs-Modelle
Es werden verschiedene Dosis-Wirkungs-Modelle diskutiert. Bei üblicherweise vorliegenden sehr kleinen Strahlendosen kann für die Dosis-Wirkungsbeziehung ein lineares Modell, das heißt ein Modell ohne ausgeprägten Schwellenwert angenommen werden. Andererseits wurde festgestellt, dass die Strahlenempfindlichkeit bei sehr geringen Dosisraten relativ hoch ist. Mit Erhöhung der Strahlenbelastung wird ab einer gewissen Triggerschwelle die Effizienz der Reparatursysteme deutlich verbessert und bleibt dann auf diesem neuen Niveau. Deshalb favorisieren Wissenschaftler teilweise ein nichtlineares Schwellenwertmodell, das zum Beispiel Reparaturmechanismen der DNA berücksichtigt.




