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GEFÄHRDUNGSBEURTEILUNG
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Biologische Arbeitsstoffe

mann arbeitet am mikroskop Derzeit sind mehr als 6000 biologische Arbeitsstoffe in Risikogruppen eingestuft. Sie haben sehr unterschiedliche Eigenschaften und sind im Normalfall nicht mit den Sinnesorganen erfassbar. Bei Schimmelpilzen können ein muffiger Geruch und auch ein sichtbarer Befall von Gegenständen oder der Arbeitsumgebung auf das Vorhandensein aufmerksam machen. Jedoch ist ein Fehlen dieses Geruchs oder des sichtbaren Befalls kein Kriterium dafür, dass sie nicht vorhanden sind.

Messmethoden haben bei biologischen Arbeitsstoffen ihre Grenzen, da sie nur immer einzelne biologische Arbeitsstoffe nachweisen, so dass bei den häufig vorkommenden komplexen biologischen Belastungen kein belastbares Gefährdungspotential ermittelt werden kann. Außerdem benötigen die einzelnen biologischen Arbeitsstoffe sehr unterschiedliche Lebens- und Nährstoffbedingungen für ihr Wachstum. Messmethoden können daher nur orientierend bzw. zur Überprüfung der Effektivität der Schutzmaßnahmen sinnvoll sein.

Die Einschätzung, ob ein biologischer Arbeitsstoff vorkommen kann, ergibt sich aus wissenschaftlichen Erkenntnissen über Epidemiologie, Überlebenswahrscheinlichkeiten oder Erfahrungswerten.

Die wichtigste Handlungsanleitung für die Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen ist die Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe TRBA 400 sowie branchenspezifische TRBA.

Die einzige Eigenschaft, die alle biologischen Arbeitsstoffe gemeinsam haben, ist das Infektionspotential. Danach sind sie auch in Risikogruppen eingestuft. Eine tabellarische Übersicht von mehr als 6000 biologischen Arbeitsstoffen hier zu veröffentlichen, übersteigt die gebotene Übersichtlichkeit. Es wird daher auf die TRBA 460, TRBA 462, TRBA 464 und TRBA 466 sowie die Direktive und Richtlinie 2000/54 EU mit ihren Anhängen verwiesen.

Einige Bakterien und Pilze haben sensibilisierende Wirkungen. Sie sind in den oben genannten Listen entsprechend gekennzeichnet. Ebenso werden toxische Eigenschaften gesondert gekennzeichnet.

Tabelle 4-1. Einige Beispiele für biologische Arbeitsstoffe

Risiko-gruppe Bakterien Pilze Viren Parasiten
1 Bacillus subtilis, E. coli K 12 Saccharomyces cerivisea, Aspergillus niger Polio virus vaccine Trypanosoma lewisi
2 Staphylococcus areus, E. coli Aspergillus fumigatus, Candida albicans Polio virus, HAV Leishmania major, Plasmodium spp.
3 Shigella dysinteriae, Salmonella typhi, Chlamydia psittaci, Mycobacterium tuberculosis Coccidiodes immitis, Blastomyces dermatitidis HBV, HCV, HIV, yellow fever vi-rus, monkey pox virus HBV, HCV, HIV, yellow fever vi-rus, monkey pox virus
4 - - Lassa virus, Variola major -
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Quelle

"Ratgeber zur Ermittlung gefährdungsbezogener Arbeitsschutzmaßnahmen im Betrieb"
Broschüre der BAuA

Autoren:

  • Dir. u. Prof. Schöneich
  • Dr. R. Jäckel

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