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GEFÄHRDUNGSBEURTEILUNG
Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie befinden sich hier ... Startseite Expertenwissen Gefährdungen durch Arbeitsumgebungen Mensch-Maschine/Rechner-Schnittstelle Grenzwerte, Beurteilungskriterien

Grenzwerte, Beurteilungskriterien

Hardware und Software sollten nach den folgenden Kriterien geprüft werden:

Informationsaufnahme Hardware

Kriterien für die Aufnahme der erforderlichen Informationen:

  • Vorhandensein und Wahrnehmbarkeit von Signalen und Prozessmerkmalen, die kritische Situationen anzeigen
  • Hörbarkeit beziehungsweise Sichtbarkeit von Informationen
  • Unterscheidbarkeit von Informationen
  • Verständlichkeit von Zeichen, Symbolen, Piktogrammen
  • Sinnfälligkeit zwischen Gestaltung der Informationsmittel und Inhalt der Information
  • vergleiche DIN EN ISO 9241-12

Informationsaufnahme Software

Kriterien für die Aufnahme von Informationen durch die Software:

  • übersichtliche, strukturierte und informatorisch nicht überladene Masken
  • einheitliche Oberflächen für unterschiedliche Anwendungen
  • Verfügbarkeit aller für einen bestimmten Arbeitsschritt benötigten Informationen, ohne Masken/Anwendungen wechseln zu müssen
  • zuverlässige, zutreffende und verständliche Fehlermeldungen
  • aktuelle und fehlerfreie Daten
  • klare Systemmeldungen bzw. Systemzustände, ggf. mit -entwicklungen (Trendcharts)
  • vergleiche DIN EN ISO 9241 Teile 12 bis 17 und 171

Fehlertolerante, motorisch-unterstützende Software

Kriterien für fehlertolerante, motorisch-unterstützende Software:

  • Möglichkeiten, Eingaben zu korrigieren
  • Möglichkeiten der Zwischenspeicherung
  • Möglichkeit des unmittelbaren Zugriffs auf häufig benötigte Masken
  • angemessene automatische Cursorpositionierung
  • Systemvorgaben, die bei der Aufgabenerledigung angemessen sind  (z.B. kein automatisches Beenden oder Weiterleiten zu Eingabefeldern)
  • kein umständlicher Wechsel zwischen unterschiedlichen Anwendungen
  • vergleiche BITC 2.0, DIN EN ISO 9241 Teile 110, 10 bis 20

Anforderungen an Stellteile

Kriterien für reale und virtuelle Stellteile, die die Umsetzung der Information gewährleisten:

  • körperliche Überbelastung wird vermieden
  • Benutzer erhält klare Rückmeldung über getätigte Eingaben (Mausklick, klar definierter Druckpunkt der Tastatur oder von Schaltern, eindeutiges Anzeigen des Aktivierungszustandes virtueller Stellteile)
  • Griffigkeit und Bedienbarkeit
  • Sinnfälligkeit von Funktion und Betätigungsrichtung von Stellteilen sowie zwischen der Bewegung von Stellteilen und korrespondierenden Anzeigen
  • Anordnung, auch in Verbindung mit Anzeigeelementen
  • Erkennbarkeit der Stellgröße
  • unbeabsichtigte Betätigung wird vermieden beziehungsweise führt nicht zu irreversiblen Eingaben
  • vergleiche DIN EN ISO 6682, DIN EN ISO 11064-5, DIN EN 894-3

Störungen vermeiden / Beeinträchtigungen berücksichtigen

Faktoren, die die Informationsaufnahme und deren Verarbeitung beziehungsweise Umsetzung beeinträchtigen können, sind ebenfalls zu berücksichtigen (vergleiche [1], [2]), zum Beispiel:

  • Signalverdeckungen auf Grund ungünstiger Arbeitsumgebungsbedingungen wie Lärm, unzureichende Beleuchtung, Hitze, mechanische Schwingungen, austretende Dämpfe/Nebel, Witterungseinflüsse
  • Überangebot aufzunehmender Informationen
  • zeitliche Dichte der Informationsverarbeitung
  • besondere Bedingungen bei Abweichungen vom Normalbetrieb
  • Behinderung der Informationsübertragung und -umsetzung durch das Tragen von persönlichen Schutzausrüstungen, zum Beispiel
    • durch Handschuhe oder Schutzbekleidung erschwerte Betätigung von Stellteilen
    • durch Gesichtsschutz eingeschränkte Sicht
    • durch Tragen von Gehörschutz eingeschränktes Hören
  • eingeschränkte individuelle Leistungsvoraussetzungen, zum Beispiel
    • Schwerhörigkeit
    • altersbedingte Veränderungen des Sehvermögens ab dem 40. Lebensjahr
  • eingeschränkte Kenntnisse bei Auszubildenden oder neueingestellten Beschäftigten.

 

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Weitere Informationen

Quelle

"Ratgeber zur Gefährdungsbeurteilung"
Broschüre der BAuA

Autoren:

  • P. Jeschke, M. Eng.
  • Dr. A. Windel

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