Mensch-Maschine/Rechner-Schnittstelle
Einführung
Hardware und Software
Die Mensch-Maschine/Rechner-Schnittstelle oder auch Benutzungsschnittstelle beschreibt Komponenten, die zwischen Menschen und technischen Systemen (Maschinen, Computer) eingerichtet sind. Diese Komponenten lassen den Menschen auf technische Systeme einwirken und geben ihm über die Folgen der Einwirkung Rückmeldung. Sie können in Hardware und Software unterschieden werden. Stellteile, Bildschirme und so weiter lassen sich unter dem Begriff Hardware zusammenfassen. Software betrachtet dagegen die Wechselwirkungen zwischen den Menschen und der Maschine beziehungsweise dem Rechner. Das heißt, die Informationsübertragung vorrangig mittels Computerdialogen, aber auch die dialogbezogenen Kriterien zur Anzeigengestaltung (zum Beispiel Farbgestaltung), werden unter dem Aspekt Software betrachtet.
Informationsaustausch
Informationsaustausch ist die Grundlage der Mensch-Maschine/Rechner-Kommunikation. In jedem Arbeitsprozess muss der Mensch Informationen aufnehmen, verarbeiten und in Handlungen umsetzen. Die aufzunehmenden Informationen können aus dem Arbeitsprozess direkt oder vermittelt hervorgehen (Tabelle 8.6-1):
| aufzunehmende Informationen | angesprochene Sinnesbereiche |
|---|---|
direkt über Prozessmerkmale, zum Beispiel:
| nahezu alle:
|
vermittelt durch Signale, zum Beispiel:
| im Wesentlichen:
|
Der Austausch von Informationen kann beispielsweise über das Betätigen von Hardware erfolgen. Darunter fallen neben den Stellteilen ebenfalls Eingabe- und Ausgabegeräte für die Mensch-Rechner-Kommunikation (zum Beispiel Bildschirm, Drucker, Tastatur).
Art der Gefährdungen und deren Wirkungen
Die Informationsaufnahme, -verarbeitung und -umsetzung wird maßgeblich von der Gestaltung der Hardware sowie der Software beeinflusst. Darüber hinaus sind weitere Faktoren, zum Beispiel Umgebungsbedingungen, Arbeitsorganisation, Beeinträchtigungen durch persönliche Schutzausrüstungen und Einschränkungen der individuellen Leistungsvoraussetzungen, zu berücksichtigen (siehe Abschnitt "Grenzwerte, Beurteilungskriterien" und "Arbeitsschutzmaßnahmen").
Psychische Fehlbeanspruchungen
Durch häufige Über- oder Unterforderungen bei der Informationsaufnahme und -verarbeitung sowie durch den Einsatz ungeeigneter Hardware und Software können psychische und physische Fehlbeanspruchungen und entsprechende Gesundheitsbeeinträchtigungen (siehe Abschnitt "Psychische Faktoren" sowie DIN EN ISO 10075) auftreten. Besonders kritisch sind in diesem Zusammenhang Abweichungen vom Normalbetrieb bei der Informationsaufnahme und -verarbeitung (Wartung, Störung, Reparatur und so weiter).
Begünstigung von Fehlhandlungen
Wenn Informationen objektiv fehlen, übersehen beziehugnsweise überhört, verwechselt oder falsch wahrgenommen werden, kann dies sicherheitskritische Situationen hervorrufen. Hardware, vor allem Stellteile, die verwechselt, falsch oder unbeabsichtigt betätigt wird, kann weitere Fehlhandlungen begünstigen.
Belastungen durch Umgebungsbedingungen
Ebenso kann es durch eine ungünstige Auswahl und Aufstellung von Hardware zu einer höheren Belastung durch Emissionen, höhere Lärmpegel oder ungünstige Beleuchtung kommen.
Grenzwerte, Beurteilungskriterien
Hardware und Software sollten nach den folgenden Kriterien geprüft werden:
Informationsaufnahme Hardware
Kriterien für die Aufnahme der erforderlichen Informationen (siehe DIN EN ISO 9241-12):
- Vorhandensein und Wahrnehmbarkeit von Signalen und Prozessmerkmalen, die kritische Situationen anzeigen
- Hörbarkeit beziehungsweise Sichtbarkeit von Informationen
- Unterscheidbarkeit von Informationen
- Verständlichkeit von Zeichen, Symbolen, Piktogrammen
- Sinnfälligkeit zwischen Gestaltung der Informationsmittel und Inhalt der Information
Informationsaufnahme Software
Kriterien für die Aufnahme von Informationen durch die Software:
- übersichtliche, strukturierte und informatorisch nicht überladene Masken
- einheitliche Oberflächen für unterschiedliche Anwendungen
- Verfügbarkeit aller für einen bestimmten Arbeitsschritt benötigten Informationen, ohne Masken/Anwendungen wechseln zu müssen
- zuverlässige, zutreffende und verständliche Fehlermeldungen
- aktuelle und fehlerfreie Daten
- klare Systemzustände beziehungsweise Systemmeldungen
Fehlertolerante, motorisch-unterstützende Software
Kriterien für fehlertolerante, motorisch-unterstützende Software (siehe DIN EN ISO 9241 Teile 110, 10 bis 20):
- Möglichkeiten, Eingaben zu korrigieren
- Möglichkeiten der Zwischenspeicherung
- Möglichkeit des unmittelbaren Zugriffs auf häufig benötigte Masken
- angemessene automatische Cursorpositionierung
- Systemvorgaben, die bei der Aufgabenerledigung angemessen sind
- kein umständlicher Wechsel zwischen unterschiedlichen Anwendungen
Anforderungen an Stellteile
Kriterien für Stellteile, die die Umsetzung der Information gewährleisten:
- körperliche Überbelastung wird vermieden
- Benutzer erhält klare Rückmeldung über getätigte Eingaben (Mausklick, klar definierter Druckpunkt der Tastatur)
- Griffigkeit
- Sinnfälligkeit von Funktion und Betätigungsrichtung von Stellteilen sowie zwischen der Bewegung von Stellteilen und korrespondierenden Anzeigen
- Anordnung, auch in Verbindung mit Anzeigeelementen
- Erkennbarkeit der Stellgröße
- unbeabsichtigte Betätigung wird vermieden beziehungsweise führt nicht zu irreversiblen Eingaben
Störungen vermeiden / Beeinträchtigungen berücksichtigen
Faktoren, die die Informationsaufnahme und deren Verarbeitung beziehungsweise Umsetzung beeinträchtigen können, sind ebenfalls zu berücksichtigen, zum Beispiel:
- Signalverdeckungen auf Grund ungünstiger Arbeitsumgebungsbedingungen wie Lärm, unzureichende Beleuchtung, Hitze, mechanische Schwingungen, austretende Dämpfe/Nebel, Witterungseinflüsse
- Überangebot aufzunehmender Informationen
- zeitliche Dichte der Informationsverarbeitung
- besondere Bedingungen bei Abweichungen vom Normalbetrieb
- Behinderung der Informationsübertragung und -umsetzung durch das Tragen von persönlichen Schutzausrüstungen, zum Beispiel
- durch Handschuhe oder Schutzbekleidung erschwerte Betätigung von Stellteilen
- durch Gesichtsschutz eingeschränkte Sicht
- durch Tragen von Gehörschutz eingeschränktes Hören
- eingeschränkte individuelle Leistungsvoraussetzungen, zum Beispiel
- Schwerhörigkeit
- altersbedingte Veränderungen des Sehvermögens ab dem 40. Lebensjahr
- eingeschränkte Kenntnisse bei Auszubildenden oder neueingestellten Beschäftigten.
Arbeitsschutzmaßnahmen - Gestaltung von Hardware
Auswahl und Gestaltung von Stellteilen
Die ergonomische Auswahl beziehungsweise Gestaltung von Stellteilen erfordert eine Analyse der Arbeitsaufgabe, da das Stellteil die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine/Rechner bildet.
Wichtige Parameter für die Stellteilauswahl sind beobachtbar:
- Schnelligkeit,
- Häufigkeit und
- Genauigkeit von notwendigen Handlungen.
Weitere Parameter wie
- Arbeitswiderstand,
- Kraftrichtung,
- Bewegungsform und
- Bewegungsrichtung
können durch physikalische Messungen von Kräften oder Geschwindigkeiten ermittelt werden.
Anhand dieser Merkmale können anschließend geeignete Stellteile ausgewählt (oder konstruiert) werden. So wird sichergestellt, dass die Körperstellung des Benutzers, dessen Handhaltung, Greifart oder auch Kopplungsart zwischen Benutzer und Stellteil optimal auf die erforderlichen Arbeitsschritte abgestimmt sind.
Körperliche Überbelastung vermeiden
Körperliche Überbelastungen bei der Handhabung von mechanischen Stellteilen, zum Beispiel durch lang andauernde statische Haltearbeit, zu große Stellwege oder zu schnelle Bewegungsabläufe, sind zu vermeiden, vergleiche DIN EN 894-3, [4], [5], [6].
Rückmeldung gewährleisten
Eine ausreichende Rückmeldung nach Betätigung von Stellteilen ist zu gewährleisten, zum Beispiel durch:
- Betätigungsmindestwiderstand bei manuell betätigten Stellteilen
- (zusätzliche) Anzeigen bei motorisch angetriebenen Stellteilen
Sinnfälliges Zusammenspiel zwischen Hard- und Software
Auf die Sinnfälligkeit zwischen der Bewegung von Hardware, insbesondere Stellteilen, und der ausgelösten Wirkung beziehungsweise zwischen Hard- und Software (zum Beispiel Stellteilen und Anzeigen) ist zu achten:
- Sinnfälligkeit zwischen Funktion und Bewegungsrichtung von Hardware (Stellteile und Rechner-Hardware) (siehe Tabelle 8.6-2)
- Sinnfällige Bewegung von Stellteilen und Anzeigen (siehe Abbildung 8.6-1)
| Funktion | Bewegungsrichtung |
|---|---|
| ein | aufwärts, nach rechts, vorwärts, im Uhrzeigersinn, ziehen (Zug- und Druckschalter) |
| aus | abwärts, nach links, rückwärts, gegen den Uhrzeigersinn, drücken |
| rechts | im Uhrzeigersinn, nach rechts |
| links | gegen den Uhrzeigersinn, nach links |
| heben | aufwärts, rückwärts |
| senken | abwärts, vorwärts |
| einziehen | aufwärts, rückwärts, ziehen |
| ausfahren | abwärts, vorwärts, drücken |
| verstärken | vorwärts, aufwärts, nach rechts, im Uhrzeigersinn |
| vermindern | rückwärts, abwärts, nach links, gegen den Uhrzeigersinn |
| Ausnahme | |
| Ventil öffnen | gegen den Uhrzeigersinn |
| Ventil schließen | im Uhrzeigersinn |

Abbildung 8.6-1. Sinnfällige Zuordnungen der Bewegungsrichtung von Drehknöpfen zur Zeigerbewegung bei Anzeigen mit fester Skala (siehe BGI 523 "Mensch und Arbeitsplatz").
Anordnung von Stellteilen
Die Anordnung von Stellteilen muss den Handhabungsanforderungen entsprechen
vgl. DIN EN ISO 6682, DIN EN 894-3, DIN EN 61310-3/VDE 01130-103, [6]:
- häufig zu betätigende sowie von ihrer Funktion her wichtige Stellteile (zum Beispiel NOT-AUS-Schalter) innerhalb des zentralen Greifraumes beziehungsweise Fußraumes anordnen
- Stellteile, die entweder in ihrer Funktion (zum Beispiel alle Ventile) oder im Ablauf (zum Beispiel Inbetriebnahme eines Motors) zusammengehören, in Gruppen anordnen
- bei Mehrmaschinenbedienung einheitliche Anordnung von Funktionen in den Bedienfeldern und in den Anzeigedisplays der zu bedienenden Maschinen anstreben
Kennzeichnung der Stellgrößen
Die zu verstellende Größe sowie die jeweilige Einstellung müssen eindeutig erkennbar und verständlich sein:
- Kennzeichnung der Stellgröße durch Form, Größe, Oberflächenstruktur, Lage, Beschriftung, Farbe und Bildzeichen
- Kennzeichnung der Einstellung durch Lage, Zeiger, Skalen beziehungsweise Weganfangs- und -endmarken, Stellwiderstand, zusätzliche optische und akustische Signale
Unbeabsichtigte Betätigung vermeiden
Ein unbeabsichtigtes Betätigen von Stellteilen ist zu verhindern, zum Beispiel durch:
- hinreichenden Stellwiderstand (Stellkraft)
- eine vor dem Stellen zu lösende Sperre
- versenkten Einbau des Stellteils
- Stellrichtung verschieden von der Berührungsrichtung
- Einbau an Stellen geringer Berührungswahrscheinlichkeit
- hinreichenden Abstand von anderen Stellteilen
- Abdeckung des Stellteils
- Verschließen des Stellteils
Anzeigen
Für die Interaktion des Menschen mit der (haptischen / greifbaren) Hardware sind akustische und optische Anzeigen für den Informationsaustausch wichtig. Weitere Kriterien zur Anzeigengestaltung befinden sich im Abschnitt "Arbeitsschutzmaßnahmen - Gestaltung von Software".
Akustische Informationen
Akustische Informationen müssen sich ausreichend von Umgebungsgeräuschen abheben:
- Schallpegel von Gefahrensignalen (Warnsignalen, Notsignalen):
- A-Schallpegel des Signals: mindestens 15 dB höher als der A Schallpegel des Störgeräusches
- A-Schallpegel des Gefahrensignals sollte nicht kleiner als 65 dB sein
- vergleiche auch DIN EN 981, DIN EN ISO 7731
- Schallpegel zur Sprachverständigung:
- A-Schallpegel der Sprache (beim Hörer) sollte 2 dB(A) (befriedigend) bis 10 dB(A) (gut) höher sein als der A-Schallpegel des Umgebungsgeräusches
- Nachhallzeit sollte für Büroräume 0,5 -1,0 s, für Fertigungsräume 2,0 s unterschreiten
- vergleiche auch ISO 9921, DIN EN ISO 7731 , DIN 33404-3
Optische Informationen
Optische Informationen müssen ausreichend sichtbar sein:
- Gefahrensignale (Warnsignale, Notsignale):
- Leuchtdichte des Warnsignals bei Leuchtflächen ≥ 5 x Leuchtdichte des Hintergrundes
- Leuchtdichte des Notsignals bei Leuchtflächen ≥ 2 x Leuchtdichte des Warnsignals
- bei punktartigen Strahlungsquellen ist die erforderliche Beleuchtungsstärke in Abhängigkeit vom Hintergrund festzulegen (vergleiche DIN EN 842)
- störende Umgebungsfaktoren, zum Beispiel Dämpfe, Rauche, Nebel beachten
- Anordnung:
- nahe der Gefahrenquelle
- direkt gegebene Signale möglichst im Gesichtsfeld
- Auftreten von Blendung, Spiegelung, Abschattung vermeiden
- Anordnung von Anzeigeeinrichtungen:
möglichst im Gesichtsfeld, gruppiert nach
- Wichtigkeit der Anzeige
- Häufigkeit der Benutzung
- Ablesefolge
- vergleiche auch DIN EN 981, DIN EN 842, DIN EN 894-2,
DIN EN 61310-1/VDE 0113-101, DIN 67510-2 bis 4, DIN EN ISO 10075-2
Grafische Symbole
Graphische Symbole für Sicherheitszeichen am Arbeitsplatz: siehe BGV A8 "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz", Anhang I Nr. 2 Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) (Branchenspezifische Symbole werden hier nicht erfasst). Weitere Hinweise zur Gestaltung von Bildzeichen siehe DIN 461, DIN 43790, DIN 30602-1, -2, DIN 30603, DIN V 30604, DIN 80416-1.
Farbgestaltung
Farbliche Gestaltung als Informationsträger nach [3], [9], zum Beispiel:
- psychologische Wirkung von Farben beachten, zum Beispiel
- bei monotonen reizarmen Tätigkeiten sowie bei großen Räumen mit wenig Tageslicht und bei niedrigen Temperaturen und Geräuschpegeln warme und anregende Farben einsetzen;
- bei schwerer körperlicher Arbeit, bei betriebsamen, eher hektischen Tätigkeiten in kleinen Räumen mit viel Tageslicht (zum Beispiel mit Südfenstern), bei hohen Temperaturen und bei hohem Geräuschpegel kühle und beruhigende Farben einsetzen (Wirkung von Farben im Abschnitt "Arbeitsschutzmaßnahmen - Gestaltung von Software")
- Farbgebung von Maschinen und Anlagen: farbliche Abhebung wichtiger Elemente der Maschinen/Anlagen, zum Beispiel Bedienteile, vom Hintergrund vegleicheauch DIN EN 61310-1, DIN 2403
Näheres zur Farbgestaltung im Abschnitt "Arbeitsschutzmaßnahmen - Gestaltung von Software".
Verständlichkeit und Unterscheidbarkeit von Informationen
Die Informationen müssen verständlich und voneinander unterscheidbar sein:
Gefahrensignale
Kriterien für Gefahrensignale (Warnsignale, Notsignale):
- Gefahrensignale müssen eindeutig sein
- Gefahrensignale müssen deutlich von anderen Signalen und voneinander unterscheidbar sein
- Gestaltungsempfehlungen zur Lichtfarbe:
- Warnsignal: gelb oder rot je nach Dringlichkeit
- Notsignal: rot; wenn gleichzeitig Warnsignal rot auftritt → Anforderungen an Notsignal gemäß DIN EN 842:
- mindestens doppelte Intensität
- blinken
- Verdopplung in der gleichen Signaleinrichtung
- nach Möglichkeit Kopplung mit akustischen Signalen
- Gestaltungsempfehlungen zur Anordnung:
- relative Position der Leuchte, wenn mehrere Signalleuchten in einer Signalrichtung angeordnet sind:
- rotes Signal über gelben Signal anordnen
- zwei rote Signale horizontal anordnen
- vergleiche auch DIN EN 981, DIN EN ISO 7731, DIN EN 842, DIN 33404-3
- relative Position der Leuchte, wenn mehrere Signalleuchten in einer Signalrichtung angeordnet sind:
Sinnfälligkeit bei der Anzeige von Informationen
Die Sinnfälligkeit zwischen der Gestaltung von Anzeigen und erwarteter Information muss ausreichend sein, so dass der Decodierungsaufwand bei der Informationsverarbeitung gering ist [4].

Abbildung 8.6-2. Sinnfällige Zuordnung von Zeigerbewegung zu Funktionsänderung bei Anzeigen mit fester Skala und bewegtem Zeiger [4].
Tabelle 8.6-3. Eignung gebräuchlicher Analog- und Digitalanzeigen [26]
Sicherheitskritische Prozessmerkmale
Sicherheitskritische Prozessmerkmale sollten den Beschäftigten in ihrer Bedeutung und hinsichtlich der erforderlichen Handlungen besonders erläutert werden (zum Beispiel Gerüche, Beschleunigungen, Schwingungen als Anzeichen von Überlastung von Maschinen oder von undichten Rohrleitungen).
Rechner-Hardware: Bildschirm
Als besondere Schnittstelle wird nachfolgend die Rechner-Hardware betrachtet. Sie findet sich nicht nur an klassischen Bildschirmarbeitsplätzen in herkömmlichen Büros, sondern in vielen anderen Arbeitsbereichen, zum Beispiel an CNC-Maschinen, an medizinischen Geräten wie CT und MRT und so weiter.
Bildschirmgröße
Bildschirmgröße in Abhängigkeit der zu bearbeitenden Aufgabe wählen. Für herkömmliche Geräte mit Kathodenstrahlröhre (CRT) gilt:
- für Textverarbeitung: mindestens 17 Zoll effektive Bildschirmdiagonale
- bei überwiegender Grafikanwendung und CAD: mindestens 21 Zoll
- Bei Geräten mit Flüssigkristallanzeige (LCD) entspricht die sichtbare Bildschirmdiagonale der angegebenen. Daher dürfen LCD-Monitore bis zu 2 Zoll kleiner sein (siehe "Bildschirmgehäuse").
Schriftgröße
Die Schriftgröße dem Sehabstand (mindestens 50 cm) zum Bildschirm anpassen: Zeichenhöhe (Großbuchstaben ohne Oberlänge) sollte einem Sehwinkel von mindestens 22 Bogenminuten (Erkennbarkeit) und maximal 31 Bogenminuten (flüssiges Lesen) entsprechen (siehe Abbildung 8.6-3).

Abbildung 8.6-3. Bildschirmgröße für eine Textzeile in Abhängigkeit von Sehabstand und Zeichenhöhe (eine Textzeile entspricht mindestens 80 Zeichen).
Bei Geräten mit Flüssigkristallanzeige (LCD) entspricht die sichtbare Bildschirmdiagonale der angegebenen. Daher dürfen LCD-Monitore bis zu 2 Zoll kleiner sein (siehe Abschnitt Bildschirmgehäuse).
Die Schriftgröße dem Sehabstand (mind. 50 cm) zum Bildschirm anpassen:
- Die Zeichenhöhe (Großbuchstaben ohne Oberlänge) sollte einem Sehwinkel von mind. 22 Bogenminuten (Erkennbarkeit) und max. 31 Bogenminuten (flüssiges
Lesen) entsprechen (siehe Abb. 8.6-3). - Farbbildschirme mit CRT-Technologie weisen zudem oft Konvergenzfehler (Farbverschiebungen, farbige Ränder) und Linearitätsfehler (Verzerrungen) auf, die die Zeichenschärfe negativ beeinflussen (siehe Abschnitt "Arbeitsschutzmaßnahmen - Gestaltung von Software").
- Die Flimmerfreiheit ist durch geeignete Bildschirmauflösung und Bildwiederholfrequenz bei CRT-Geräten (Geräte mit LCD sind flimmerfrei) zu erreichen (siehe Tabelle 8.6-4).
| Bildschrimgröße (Außenmaß) | empfohlene Auflösung (Zeilen x Spalten) | mindestens notwendige Bildwiederholungsfrequenz |
|---|---|---|
| 15 Zoll | mindestens 600 x 800 | mindestens 85 Hz |
| 17 Zoll | mindestens 1024 x 768 | mindestens 85 Hz |
| 19 Zoll | mindestens 1280 x 1024 | mindestens 100 Hz |
| 21 Zoll | mindestens 1280 x 1024 | mindestens 100 Hz |
Besonderheiten von CRT-Monitoren
Bei CRT-Geräten auf Folgendes achten:
- hohe Bildstabilität (kein Zittern, kein Springen von Bildpunkten)
- gute Zeichengeometrie auf dem gesamten Bildschirm und insbesondere in den Eckbereichen
Besonderheiten von TFT-Monitoren
Bei LCD-Geräten:
- Aktivmatrixbildschirme (TFT) verwenden, die Nachleuchtspuren (ghosting) und die dadurch verursachte schlechte Erkennbarkeit von Zeichen konstruktionsbedingt reduzieren
- Geräte wählen, bei denen die Bildgüte nicht oder nur gering vom Blickwinkel beeinflusst wird (horizontal und vertikal)
Entspiegelung
- bei CRT-Geräten auf entspiegelte Bildschirmoberfläche (zum Beispiel Lambda/4-Beschichtung/Oberflächenvergütung) und dessen regelmäßige Reinigung achten
- bei CRT-Geräten für Büroanwendungen nur Bildschirme der Klasse I Entspiegelung verwenden
- bei LCD-Monitoren Modelle ohne glänzende Vorsatzscheiben (zum Beispiel High Gloss LCD, Ultra Bright LCD und so weiter) wählen (siehe "Notebook")
vergleiche DIN EN ISO 9241-7, DIN EN ISO 13406-2 - Nicht zu empfehlen:
- aufgeraute Oberflächen verringern Zeichenschärfe und Kontrast
- Polarisationsfilter vor dem Bildschirm führen zu Doppelbildern
- feine Gitter (Micromesh-Filter) vermindern die Leuchtdichte
Spiegelungen und Blendungen werden durch richtige Aufstellung des Bildschirms und Beleuchtung am Arbeitsplatz (siehe Abschnitt "Beleuchtung, Licht") vermieden. Dabei sollten
- die Blickrichtung parallel zur Fensterfläche und zur künstlichen Beleuchtung verlaufen
- Tageslicht und künstliche Beleuchtung seitlich auf die Arbeitsfläche fallen
- die Beleuchtungsstärken am Arbeitsplatz beachtet werden
- der Sehabstand entsprechend den obigen Empfehlungen eingehalten werden
- die Bildschirmpositionierung der Körperhaltung des Nutzers angepasst sein (siehe Abschnitt "Zwangshaltungen")
- vglergleiche BildscharbV, DIN EN 29241-3, DIN EN ISO 9241-8
Positionierung des Bildschirms
Bei häufiger Nutzung sollte der Bildschirm im Blickfeld stehen (direkter Blick auf den Monitor, ohne den Kopf drehen zu müssen). Wird der Bildschirm nur gelegentlich genutzt, kann er auch am Rande des Blickfeldes (Blickwinkel maximal 15° nach rechts oder links) platziert werden. Hier sind oftmals Ständer oder Bildschirmschwenkarme nützlich.
Vorlagenhalter
Vorlagenhalter sind ebenfalls hilfreich, um ermüdende Arbeitshaltungen zu vermeiden.
Kriterien:
- ausreichend groß und stabil, entsprechend den verwendeten Vorlagen
- in Höhe und Neigung verstellbar
- freie Anordnung auf der Arbeitsfläche ermöglichen
- reflexionsarm
- Sehentfernung Vorlage-Auge entspricht Bildschirm-Auge
- zusätzlich Papierklemmen und Zeilenlineal verwenden
- vergleiche DIN EN ISO 9241-7, DIN EN ISO 13406-2
Strahlung
Kriterien für strahlungsarme CRT-Bildschirme:
- CRT-Geräte (LCD-Geräte sind strahlungsfrei) wählen, die strahlungsarm entsprechend schwedischer Grenzwerte nach MRP II sind
- vergleiche BildscharbV, StrlSchV, RöV, EMVG, 26. BImSchV, DIN EN ISO 9241 Teile 3, 6, 7 und 8, DIN EN ISO 13406-2, BGV B11, BGR B11, BGI 650
Vorteile der LCD-Technologie
- flimmerfrei mit (Aktivmatrix-) TFT-Technologie
- platzsparend → empfohlener Sehabstand und Hand- und Unterarmauflage einhaltbar, flexibles Positionieren möglich
- geringes Gewicht
- stromsparend
- weitgehend strahlungsfrei
- geringe Wärmeentwicklung durch niedrigen Energieverbrauch
- scharfes und kontrastreiches Bild
- keine Verzerrungen in den Bildschirmecken
- nur geringe Reflexionen (wenn es sich nicht um ein Multimedia- bzw. Hochglanzdisplay handelt) → weniger ermüdend und deshalb effektiver
- vor allem für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Internetrecherche geeignet
Nachteile der LCD-Technologie
- mangelnde Farbechtheit → CRT: bessere Farbdarstellung (Arbeiten mit Grafikprogrammen)
- eingeschränkter Ablesewinkel für gute Bildqualität (bei günstigeren Geräten)
- längere Reaktionszeit / Nachleuchtspuren (ghosting)
- bauartbedingt nur eine optimale (native) Bildauflösung (bei häufigem Wechsel der Auflösungen nicht empfehlenswert)
- für Arbeit mit grafischen Inhalten CRT besser geeignet
Gestaltung des Bildschirmgehäuses
- halb- bis seidenmatt und beige bis kieselgrau (geringe Kontraste im Blickfeld)
- keine scharfen Ecken und Kanten, um Verletzungen auszuschließen
- frei und leicht dreh- und neigbar, um optimales Sehen ohne Reflexe und Zwangshaltungen zu ermöglichen (ohne Kraftaufwand; Neigbarkeit von 5° vorne bis mindestens 20° nach hinten)
- Schwenkarme oder Spezialfuß (bei Flachbildschirmen) für Höhenverstellung müssen standsicher, vibrationsfrei und sollten arretierbar sein
- Bildschirme nicht zu hoch stehend, der Blick sollte leicht gesenkt sein (oberste Zeichenzeile unterhalb der Augenhöhe)
Drehbare LCD-Bildschirme (um 90°) ermöglichen die Darstellung einer DIN A4 Seite im Hochformat (Pivot-Funktion) und sind somit vorteilhaft für die Textverarbeitung.
Rechner-Hardware: Notebooks/Laptops
Für die dauerhafte, wiederkehrende Benutzung an festen Arbeitsplätzen sind Notebooks ohne Zusatzausstattung nicht geeignet. Dies gilt auch für Telearbeit.
Erforderliche Zusatzaustattung
- Notebookständer (ohne integrierte Tastatur) mit flexibler Höheneinstellung für eine optimale Körper- und Kopfhaltung; geeignet zur Nutzung ohne externen Monitor
- Docking Station als Ladestation oder zum Anschluss an ein Netzwerk, von Peripherie (wie Bildschirme, Drucker, Tastatur, Maus und so weiter)
- getrennt aufstellbarer ausreichend großer Bildschirm bei kleinen LCD-Anzeigen, um Fehlhaltungen zu vermeiden
- getrennt frei aufstellbare Tastatur und Maus
- für rückenschonenden Transport: Notebooktrolleys und –rucksäcke für schwere Notebooks (> 3 kg), Notebooktaschen nur für kurze Wege
- vergleiche BildscharbV, DIN EN ISO 9241-4, DIN EN ISO 13406-2, DIN 2137-12, BGI
650
Rechner-Hardware: Tastatur
Unergonomische Arbeitshaltungen vermeiden
Zur Vermeidung ergonomisch ungünstiger Arbeitshaltungen oder Zwangshaltungen sollte die Tastatur
- getrennt vom Bildschirm aufstellbar und frei anzuordnen sein
- neigbar sein (empfohlen: bis 15°)
- eine Bauhöhe von höchstens 30 mm aufweisen (gemessen an der mittleren Tastereihe)
- die Möglichkeit zur Handauflage mit einer Tiefe von 50 bis 100 mm bestehen
- um eine zusätzliche Handgelenkauflage (zum Beispiel Gel) ergänzt werden
Technische Anforderungen an die Tastatur
Um ein fehlerfreies und ergonomisches Betätigen der Tastatur zu gewährleisten, sollte
- die Tastatur rutschfest und standsicher sein
- die Beschriftung der Tastatur der Anzeigenart entsprechen, das heißt Positivdarstellung ist zu empfehlen
- die Beschriftung abriebfest sein
- die Tastatur einen Reflexionsgrad von 20-50 % aufweisen (reflexionsarme Oberfläche)
- der Tastenbetätigungsdruck bei 0,25-1,5 N liegen
- die Form der Tasten konkav sein, um die Griffigkeit zu erhöhen
- der Tastenhub zwischen 2 und 4 mm liegen und einen eindeutigen Druckpunkt aufweisen
- der Durchmesser der Tasten bei 12-15 mm liegen
- möglichst das Zehn-Finger-System genutzt werden
- der Buchstabenbereich deutlich vom numerischen und dem Sonderfunktionsbereich getrennt sein
- häufig benutze Tasten für Eingabe (return), Rückwärtslöschen und Hochstellen (shift) größer gestaltet sein
- häufiger eine Betätigungspause eingelegt und Schreibgeschwindigkeit auch mal reduziert werden
- vergleiche DIN 2137 Teile 1 und 6, DIN EN ISO 9241-4
Rechner-Hardware: Maus
Anatomische Anpassung
Die Maus sollte der Anatomie der Hand angepasst sein, das heißt
- zum Handballen rund geformt, Mausoberseite in der Mitte gewölbt und der Größe der gewölbten Hand entsprechend
- zu den Fingern hin breiter auslaufend, so dass Finger gespreizt werden können
- vordere Maushälfte niedriger als hintere
- Rollkugel im vorderen unteren Gehäusebereich für bessere Feinmotorik
- Maustasten leicht zu erreichen und ohne Kraftaufwand zu bedienen
- Handgelenk darf nicht bei der Bedienung verdreht werden müssen und nicht auf Tischkante drücken
- Unterscheidung nach Rechts- und Linkshändern
Anordnung der Maus
- neben der Tastatur möglichst körpernah zum Vermeiden von angespannten Haltungen und Belastungen im Arm-/ Schulter-Bereich
- Unterarm am besten ganz auf Arbeitstisch aufliegend
- Kabel zwischen Maus und Rechner ausreichend lang, um Bewegungen nicht einzuschränken
- optimal: optische Funkmäuse → kein Kabel, prompte Reaktion, keine Reinigung und kein Mousepad notwendig
- Mousepad
- guter Kontakt zwischen Maus und Unterlage ermöglichend
- rutschfest, damit Kontrolle nicht verloren geht
- nicht zu spröde, sonst erheblicher Kraftaufwand
- nicht zu dick und nicht aus Oberflächenmaterialien, die sich kalt anfühlen
Anwendung der Maus
- Geschwindigkeitsregelungen und Einstellungsmöglichkeiten der Treiber-Software nutzen → ausladende Bewegungen für Cursorbewegung über Bildschirm vermeiden
- Doppelklick weitgehend vermeiden (Klicksparfunktion im Treiber)
- Tastenkombinationen (Shortcuts) nutzen, zum Beispiel STRG+S für Speichern unter WORD
- zwischen den Eingabegeräten Maus und Tastatur wechseln oder auch alternative Eingabegeräte (Trackball, Tablett und so weiter) verwenden
- Hände nur an der Maus, wenn nötig
- kleine Pausen einlegen
- vergleiche BGI 650, DIN EN ISO 9241-9
Rechner-Hardware: Drucker, Kopierer, Scanner, Faxgeräte, Multifunktionsgeräte
Anforderungen
Alle Geräte sollten
- günstigerweise nicht am Arbeitstisch stehen, sondern in einem separaten, gut durchgelüfteten Raum (Schutz vor Lärm, Papierstaub, Tonerpartikel und Ozon und Forderung der Bewegung am Arbeitsplatz)
- von vorn zu bedienen sein (Ein-Aus-Schaltung, Papiereinzug und so weiter)
- ein mattes bis seidenmattes helles Gehäuse besitzen (Reflexionsgrad: 20-50%)
- auch für Recyclingpapier verwendbar sein (Prüfsiegel „Blauer Engel“)
- lärmarm sein (< 30 dB(A) im Standby, maximal 63 dB(A)), zum Beispiel S/W-Laserdrucker, keine Matrixdrucker (gegebenenfalls nur mit Schallschutzhaube)
- hinsichtlich Emissionen, Verbrauch, Geräuschentwicklung (im eingeschalteten Zustand und beim Ausdrucken), Energieverbrauch (Wärmeentwicklung beachten) und Tonerverbrauch schon bei der Beschaffung begutachtet werden
- ein Prüfsiegel (Blauer Engel, BG PRÜFZERT, Eco-Kreis) besitzen (siehe "Prüfzeichen")
- regelmäßig von Fachpersonal gewartet und ordnungsgemäß bedient werden
Weitere Kriterien:
- geschulte Mitarbeiter mit Wechsel der Tonerkartuschen und Beseitigung kleiner Störungen betrauen
- geschlossene Tonersysteme verwenden
- Betriebsanweisung erstellen und Mitarbeiter unterweisen
- vergleiche BildscharbV Anhang Nr. 17, ArbStättV Anhang 3.7, 2002/96/EG, ElektroG,
DIN EN ISO 7779, DIN EN 60950, DIN 33870, BGI 820
Rechner-Hardware: Beschaffung und Entsorgung von Hardware
Beschaffung und Entsorgung
Zu beachtende Aspekte:
- Auswahl nach angestrebtem Einsatzzweck, zum Beispiel:
- Arbeiten mit Texten und kleinen Datenmengen: kleinere Rechner → weniger Energieverbrauch
- Arbeiten mit Grafiken und großen Datenmengen: leistungsstarke Rechner
- einfaches und preiswertes Nachrüsten der Leistung durch den Anwender möglich → Erhöhung der Lebensdauer
- Prüfsiegel und/oder Umweltzeichen (siehe "Prüfzeichen")
- Rücknahme des Altgerätes durch Hersteller oder Spende an gemeinnützige Einrichtungen (zum Beispiel Schulen, Vereine) schon bei der Beschaffung berücksichtigen
- Multifunktionsgeräte anstatt vieler Einzelgeräte
Prüfzeichen
Prüfzeichen erteilen Auskunft über bestimmte Qualitätskriterien wie Strahlungsarmut, Ergonomie, Umweltverträglichkeit und so weiter (siehe auch Abbildung 8.6-4 Teil 1 und Teil 2)
Geräte weisen elektrische Sicherheit auf, wenn sie folgende Prüfzeichen haben und die Prüffristen eingehalten werden: GS, VDE, BG PRÜFZERT oder ENEC.
Während das CE-Zeichen in den europäischen Richtlinien für alle Geräte vorgechrieben ist, gibt es zahlreiche freiwillige (private) Prüfzeichen, vergleiche 73/23/EWG, 89/336/EWG, 92/31/EWG, 93/68/EWG, 93/68/EWH, BetrSichV, BGV A3, BGI 597-2, BGI 5001.

Abbildung 8.6-4 Teil 1. Übersicht über die häufigsten privaten Prüfzeichen im Bereich Bildschirmarbeit.

Abbildung 8.6-4 Teil 2. Übersicht über die häufigsten privaten Prüfzeichen im Bereich Bildschirmarbeit.
Arbeitsschutzmaßnahmen - Gestaltung von Software
Software stellt eine Spezialform einer Anzeige dar, insofern sind neben den bereits beschriebenen Anforderungen an Anzeigen (siehe Abschnitt "Arbeitsschutzmaßnahmen - Gestaltung von Hardware") zusätzlich die folgenden Empfehlungen zu geben.
Bewertung vornehmen
Um eine Software ausreichend bewerten und anschließend eventuell eine Entscheidung zur Beschaffung treffen zu können, bietet sich unter anderem ein Fragebogen an [11].
Für die Gestaltung von Web-Anwendungen und Multimedia gibt es ebenfalls Gestaltungskriterien, die an dieser Stelle nicht erfasst sind [25].
Barrierefreiheit/Zugänglichkeit (Accessibility)
Barrierefreie Software und barrierefreies Internet zeichnen sich dadurch aus, dass sie von einer möglichst weit gefassten Gruppe von Menschen verwendet werden können. Barrieren betreffen den gesamten Bereich der menschlichen Fähigkeiten und beschränken sich nicht nur auf Benutzer, die formal als behindert gelten (zum Beispiel siehe demografischer Wandel). Trotz der Barrieren soll ein hohes Ausmaß an Effektivität, Effizienz und Zufriedenstellung erreicht werden.
Wichtige Ansätze zur Verbesserung der Zugänglichkeit:
- Anwendung eines benutzerorientierten Ansatzes bei der Gestaltung (siehe ISO 13407)
- Befolgen eines kontextbasierten Gestaltungsprozesses, das heißt Betrachtung der Arbeitsaufgabe, des Menschen, der Arbeitsmittel und der Umgebung bei der Gestaltung
- Vorsehen von Möglichkeiten zur Individualisierung (individueller Anpassung)
(siehe ISO 9241-110) - Angebot von auf den individuellen Benutzer zugeschnittenen Anweisungen und Schulungen
- Näheres unter DIN EN ISO 9241-17
Visuelle Softwaregestaltung
Für die Informationsdarstellung sind zuerst fachliche Überlegungen, bezogen auf die gesamte Software/Anwendung, notwendig:
- Welche Daten gehören zusammen?
- Welche Daten gehören in welche Reihenfolge?
- Welche Daten gehören zu welchen Vorgängen?
- Gibt es vorgangsübergreifende Daten und ähnliches?
- Welche Daten sind Kerndaten, welche Zusatzinformationen?
- Welche Aufteilung innerhalb der Fenster?
Faustregeln:
- Gruppen von Datenblöcken bilden
- einheitliche Unterteilung des gesamten Bildschirms in Arbeitsinformationen, Status- beziehungsweise Systeminformationen und Steuerungsinformationen
- durchschnittliche Aufmerksamkeitsverteilung am Bildschirm beachten: wichtige Daten möglichst oben links (siehe Abbildung 8.6-5)
Abbildung 8.6-5. Aufmerksamkeitsverteilung am Bildschirm.
- Bündigkeit als Gestaltungsprinzip benutzen (Zahlen linksbündig; Spaltenüberschriften wie Spalteninhalt)
- so viel Informationen wie möglich und so viel wie nötig unterbringen: maximal 30-40% des zur Verfügung stehenden Platzes nutzen
- pixelgenau arbeiten: Gestaltungsraster für Masken erstellen mit Abständen (zu Rändern, der Elemente untereinander)
- sparsame Kodierungen (zum Beispiel Farbe, Fettschrift, Helligkeit, Form, Umrandung, Gestalt, Blinken, Feldinvertierung)
- Zahlen gliedern: numerische Zahlen mit mehr als 4 Ziffern in 2er-, 3er- oder 4er-Gruppen gliedern (zum Beispiel 66 234), Ausnahme: Postleitzahlen als 5er-Gruppe und Bankleitzahlen (zum Beispiel 250 100 30)
- bei Auflistung von Gegenständen, Eigenschaften und so weiter vorzugsweise Ziffern wählen
- Bezeichnungen einheitlich verwenden und positionieren, möglichst kurze Wörter
- Anwendung eines Styleguide als Qualitätssicherungsinstrument empfohlen, in dem Gestaltungsentscheidungen festgelegt sind
Maskengestaltung
Prüfung der Maskengestaltung durch Benutzer:
- Wo bin ich?
- Wie kam ich hierhin?
- Was kann ich hier tun?
- Wohin und wie kann ich navigieren?
Gestaltgesetze beachten (Tabelle 8,6-5, Abbildung 8.6-6 - 8,6-8):
| Gesetz | Beschreibung | Bedeutung für Informationsgestaltung |
|---|---|---|
| Gesetz der Nähe/Gleichheit | in einer Menge gleichartiger Elemente schließen sich in unserer Wahrnehmung die räumlich nahe beieinander liegenden zusammen (auch wenn sie sich in Form, Größe, Farbe unterscheiden) | logisch zusammengehörige Informationen auch örtlich zusammen gruppieren; Unterschiede in der Hierarchie oder ähnliches durch räumliche Trennung |
| Gesetz der Gleichartigkeit | bei Darbietung verschiedener Elemente werden gleiche oder gleichartige Elemente in einer Gruppe zusammengefasst wahrgenommen | zusammengehörige Informationen gleichartig darstellen |
| Gesetz der guten Gestalt | der Mensch bevorzugt in seiner Wahrnehmung gute Gestalten (symmetrisch, …) | Normalwerte als gute Gestalt darstellen; Abweichungen verzerrt darstellen |

Abbildung 8.6-6. Gesetz der Nähe [25].

Abbildung 8.6-7. Gesetz der Gleichartigkeit [25].

Abbildung 8.6-7. Gesetz der guten Gestalt (siehe [27]- Verwaltungs-Berufsgenossenschaft "Ergonomie im Büro").
Grafische Benutzeroberflächen
GUI-Elemente (graphical user interface) sind Interaktionsobjekte für grafische Benutzeroberflächen (Schaltflächen) und sollten erwartungskonform verwendet werden [25]
- statischer Text zur Bezeichnung von Überschriften oder von Dialogelementen für Eingabe oder Auswahl von Informationen beziehungsweisen Daten
- Ein-/Ausgabefeld für Eingabe von Daten mit uneingeschränktem oder gering eingeschränktem Wertebereich (Zahlen, Freitext)
- Druckknopf (Push Button) für Aufruf von modalen Dialogen (blockiert andere Dialoge bis Eingabe abgeschlossen), Standardfunktionen in Dialogen (zum Beispiel Sichern, Abbrechen) oder für Aufruf von anderen Dialogen
- Einfachauswahlfeld (Radio Button) zur Auswahl von sich gegenseitig ausschließenden Alternativen (zum Beispiel Auswahl weiblich, männlich)
- Mehrfachauswahlkästchen (Check Box) zur Auswahl von sich nicht ausschließenden, logisch zusammengehörigen Alternativen
- Auswahlliste (List Box) zur Auswahl von gleichartigen Daten
- Kombinationsliste (Combo Box) für Möglichkeit der Auswahl einer variablen Anzahl von vorgegebenen Alternativen und Eingabe eines individuellen Wertes gleichzeitig
- Klappliste (Drop-Down List beziehungsweise Drop-Down Combo Box) zur Auswahl einer oder mehrerer Optionen, wenn innerhalb des Fensters nicht genügend Platz zur ständigen Darstellung aller Einträge vorhanden oder Menge von fixen beziehungsweise selten veränderten Einträgen vorhanden
- Register (Tab Control) für gruppierte Dialogelemente beziehungsweise Daten
- Tabellen für Darstellung beziehungsweise Auswahl von Datensätzen
- Bildlaufleiste (Scroll Bar), wenn nicht alle Informationen eines Dialogelementes ständig angezeigt werden können
- Gruppenumrandung (Group Box) für inhaltliche Zusammenfassung von Dialogelementen und Abgrenzung gegenüber anderen Dialogelementen
- Baumdarstellung (Tree) für dynamische Darstellung von hierarchisch abhängigen Informationen
- Kontextmenü für effizienten Zugriff auf Operationen eines ausgewählten Objekts
Gestaltungsprinzipien
Für die Verwendung von Farbe und Schrift gilt grundsätzlich (siehe Abschnitt "Arbeitsschutzmaßnahmen - Gestaltung von Hardware" - Bildschirm):
- größere Schrift als auf Papier (immer mehr ältere Arbeitnehmer und Anforderungen an Barrierefreiheit)
- mindestens 10 Punkt-Schriften, besser 14 Punkt-Schriften
- Großbuchstaben ohne Oberlängen: 3-4 mm
- serifenlose Proportionalschrift
- Kursivschrift nicht für längere Textpassagen
- Groß- und Kleinschreibung verwenden
- Kodierungen als Gestaltungsmittel sparsam verwenden (zum Beispiel fette, gesperrte, inverse Schrift)
- keine Unterstreichungen: schwerer lesbar und Interpretation als Link
- vertikal und horizontal benachbarte Zeichen dürfen sich nicht berühren (einschließlich Ober- und Unterlängen)
Lesbare Schrift
Die Lesbarkeit einer Schrift ist abhängig von
- Sehabstand
- Licht- und Kontrastverhältnisse im Raum
- Schriftart (Arial, Times New Roman, …)
- Schriftstil (fett, kursiv, …)
- Pixelgröße beziehungsweise Pixelabstand (Pitch)
- Zeichengröße (absolut beziehungsweise in Pixeln)
- (innerer) Zeichenkontrast
- siehe Abschnitt "Arbeitsschutzmaßnahmen - Gestaltung von Hardware: Bildschirm und Barrierefreiheit"
Verwendung von Farben
Die Verwendung von (vielen) Farben in der Bildschirmdarstellung reduziert in der Regel den Hintergrund-Zeichenkontrast. Deshalb:
- Farben zurückhaltend verwenden, Farbgestaltung als letzter Schritt bei der Gestaltung der Benutzungsoberfläche, das heißt erst alle anderen Gestaltungsmöglichkeiten ausschöpfen → so wenig wie möglich, so viel wie nötig
- zur sicheren Unterscheidbarkeit maximal schwarz/weiß und 6 Farben gleichzeitig verwenden
- Zahl der Farben weiter reduzieren durch Darstellung zusammengehöriger Informationen durch verschiedene Helligkeits- oder Sättigungsstufen einer Farbe
- gut voneinander unterscheidbare Farben verwenden
- keine gesättigten (rot, blau) und nur aufeinander abgestimmte Farben verwenden (kein rot auf blau oder grün, kein gelb auf grün oder weiß, kein schwarz auf blau oder rot beziehungsweise umgekehrt)
- für Text- oder Formularbearbeitung prinzipiell Positivdarstellung verwenden, zur Kennzeichnung von besonderen Feldern Pastellfarben verwenden, zur Strukturierung von Formularblöcken bieten sich Graustufen an
- für Textverarbeitung und zur Strukturierung von Formularblöcken ist monochrome (einfarbige) Graustufendarstellung ausreichend, keine Farbverwendung
- relativ geringen Helligkeitskontrast (= Leuchtdichtekontrast) anstreben; besonders bei größeren Flächen auf dem Bildschirm Farben mit ähnlicher Helligkeit verwenden (angenehm: helle Farben für große Flächen und dunkle Farben für kleine Flächen)
- Farbkombinationen: falls eine Komponente ungesättigt ist (zum Beispiel Hintergrund), sollte die andere gesättigt gestaltet werden
- Hintergrund von Fensterobjekten nicht bunt gestalten, Grauton im Mittel zwischen Schwarz und Weiß als Hintergrundfarbe am besten geeignet
- konsistente Kodierung mit Farbe, das heißt nie zwei Farben mit derselben Bedeutung und jede Farbe stets in derselben Bedeutung verwenden
- standardmäßig die vom Betriebssystem vorgegebenen Farben verwenden, Anpassung an individuelle Bedürfnisse nur in begründeten Ausnahmefällen
- Kodierungsplan erstellen, wenn Farbe zur Kodierung notwendig
Bedeutung und Wirkung von Farben beachten
| Farbe | Bedeutung |
|---|---|
| Rot | „Alarm“ - blinkend, falls sofortige Reaktion erforderlich |
| Gelb | „Vorsicht“ - Grenzsituation, Vorsicht geboten |
| Grün | „in Ordnung“ - volle Funktionsfähigkeit, Zustand korrekt |
| Weiss | „unbestimmt“ - nicht definierbarer Zustand, Übergang, Darstellung von Alternativen |
| Blau | „Hilfsfarbe“ - am besten vermeiden |
| Farbe | Distanzwirkung | Temperaturwirkung |
|---|---|---|
| Rot | nah | warm |
| Orange | sehr nahe | sehr warm |
| Braun | sehr nahe, einengend | neutral |
| Gelb | nah | sehr warm |
| Grün | fern | sehr kalt bis neutral |
| Blau | fern, weitend | kalt |
| Violett | sehr nahe | kalt |
Gestaltung von Icons
Bei der Gestaltung von Icons spielt das Design und/oder Corporate Design eine wichtige Rolle. Aus ergonomischer Sicht muss das Icon jedoch nicht gefallen, sondern nachweislich funktionieren. Das heißt, es muss ohne Erklärung verstanden werden und unverwechselbar sein.
Icons sollten
- ein Referenzobjekt oder ein charakteristisches Merkmal in stark abstrahierter visueller Form darstellen
- aus der Art der Darstellung vom Benutzer erkannt werden (zum Beispiel „Lupe“ für Suchen)
- in möglichst geschlossenen Figuren dargestellt werden
- vor hellem Grund dunkel dargestellt werden
- eine vertikale Hauptachse besitzen, um die herum das Icon symmetrisch gestaltet ist
- bei mehrfach vorkommenden Elementen einheitlich groß und proportioniert sein
- mit ihren Details noch aus einem Sehabstand von 50cm erkennbar sein
- kultur- und bildungsneutral sein
- nicht in größerer Anzahl gleichzeitig verwendet werden (unübersichtliche Oberfläche und langsamer Zugriff auf Funktionalitäten)
- ebenfalls in der Toolbar unter dem Menü vorhanden sein
- mit einem Text (Quickinfo) versehen sein, der erscheint, wenn man mit der Maus über das Icon fährt
Gestaltung von Texten
Bei der Verwendung von Texten sollte folgendes beachtet werden:
- Vokabular soll sich an der Aufgabe des Benutzers orientieren und für diesen verständlich sein
- möglichst deutsche Begriffe verwenden
- nicht aussagekräftige Wortverlängerungen vermeiden (zum Beispiel "-nummer", "-name" häufig überflüssig)
- keine Abkürzungen verwenden, wenn genügend Platz vorhanden oder der Benutzer nur selten auf dieser Maske ist → gängige Abkürzungen wie "PLZ", "BLZ" und so weiter jedoch weiter verwenden, einfache Abkürzungsregeln anwenden (zum Beispiel die ersten drei Buchstaben/Konsonanten), Abkürzung muss sprechbar sein
- wenn Bezeichnungen aus zwei oder mehr Wörtern besteht: informationstragender Teil sollte vorne stehen (zum Beispiel Bestand alt → alter Bestand)
- Text in Frageform bejahend formulieren (zum Beispiel "Möchten Sie die Daten nicht sichern?" → "Möchten Sie die Daten sichern?")
- kurze, einfache Sätze verwenden (entsprechend dem Sprachgebrauch)
- Reihenfolge Substantiv-Verb ohne Artikel bei Kurzformulierung, Verben nicht substantivieren
- Meldungen so präzise wie möglich formulieren (Situation eindeutig beschreiben, keine technischen Funktionsweisen)
- Nachrichten sollten spezifische Informationen enthalten, nicht nur zum Beispiel "Eingabefehler"
- Satzbau klar und einfach gestalten, vollständige Sätze verwenden (Artikel weglassen, aber mindestens ein Verb vorhanden, möglichst in Gegenwartsform)
- zuerst das Ergebnis angeben, dann auszuführende Aktion beschreiben (zum Beispiel "Zum Löschen von … drücken Sie …")
- benutzerbezogene Formulierungen verwenden (zum Beispiel "Das System speichert …" → "Mit der OK-Taste speichern Sie …")
- lieber formulieren, was zu tun ist, statt, was zu vermeiden ist
- Ton freundlich und positiv halten und nicht belehrend klingend ("dürfen", "müssen", "sollen", "gehören", "falsch", "unzulässig", "unvollständig", "nicht erlaubt" nicht verwenden)
Tastatursteuerung
Routinetätigkeiten sollten über die Tastatur gesteuert werden, um physiologische Belastungen ("Mausarm") zu minimieren. Tastatursteuerung (Abbildung 8.6-9) möglich über:
- Zugriffstasten (Mnemonic) für alle Menüeinträge, Tool Bar und Push Buttons (zum Beispiel führt das Drücken der Taste "N" bei geöffnetem Kontextmenü "Datei" zum Ausführen des Befehls "Neu")
- Schnelltasten (Accelerator Keys oder Shortcuts) nur in Pull Down/Kaskadenmenüs (zum Beispiel Strg + C)

Abbildung 8.6-9. Tastatursteuerung über Zugriffstasten und Schnelltasten.
Ergonomische Dialoggestaltung
Folgende Kriterien beschreiben die ergonomische Dialoggestaltung (siehe Bildschirmarbeitsplatzverordnung (BildscharbV)):
Aufgabenangemessenheit der Software
Die Aufgabenangemessenheit ist dann gegeben, wenn der Benutzer durch das System bei der Bearbeitung seiner Aufgabe effizient und effektiv unterstützt wird.
Kriterien:
- jede Benutzergruppe findet ihre Sicht der Arbeitsabläufe (Tätigkeiten und Objekte) in der Anwendung wieder
- Arbeitsvorgänge, die der Benutzer aus seinem Verständnis heraus als zusammengehörig empfindet, spiegeln sich in der Reihenfolge der Bearbeitungsschritte wieder
- Mediensprünge (zum Beispiel Zwischenrechnungen auf Papier) sind nicht notwendig
- Standardwerte werden dem Benutzer als Vorgabe angeboten, können jedoch überschrieben werden
- auf (Intranet-)Websites sind Ansprechpartner zu finden, so dass der Benutzer/Kunde sein Ziel erreicht, eine E-Mail persönlich zu adressieren
- in einem Formular werden keine Pflichtangaben verlangt, die mühsam auszufüllen sind und mit Abwickeln des relevanten Vorgangs nichts zu tun haben
- in einem Formular, das korrigiert werden muss, wird der Cursor gleich auf das zu korrigierende Feld gesetzt
- bei Gestaltung von Grafiken wird auf minimale Wartezeiten beim Bildaufbau Wert gelegt
- Zwischenergebnisse einer längeren Online-Transaktion werden gespeichert
- für Nutzer, die Angebote oft nutzen, werden Accelerator/Shortcuts zu den wichtigsten Seiten bereitgestellt
Selbstbeschreibungsfähigkeit
Eine Anwendung besitzt Selbstbeschreibungsfähigkeit, wenn jeder (Teil-)Schritt des Dialogs für den Benutzer sofort verständlich ist.
Kriterien:
- einzelne Schritte können zurückgenommen werden
- die Ausführung von irreversiblen Schritten wird gegebenenfalls mehrfach abgefragt, dem Benutzer wird deutlich das Ausmaß der irreversiblen Veränderung angezeigt (Transparenz)
- der Benutzer wird über Erfolg oder Misserfolg aller Aktionen informiert, (Fehler-)Meldungen werden explizit angezeigt (Rückmeldung)
- Sprache und Fachsprache des Benutzers werden verwendet, das erleichtert Interpretation und führt schneller zum Ziel
- bei ähnlichen Aufgaben werden ähnliche, sinngemäße oder analoge Arbeitswege angeboten
- Links werden so formuliert, dass man sicher vorhersagen kann, wohin sie führen
- der Umfang einer Trefferliste kann gleich am Tabellenanfang abgelesen werden
- jede Web-Applikation hat Online-Hilfen mit kontextspezifischen Bedienhinweisen
- nach Sendung einer Anfrage an eine Datenbank erscheint die Meldung "Anfrage wird bearbeitet, bitte warten"
Steuerbarkeit
Die Steuerbarkeit einer Anwendung ist gegeben, wenn es dem Benutzer möglich ist, die Richtung der Abfolge von Interaktionsschritten bis zum Erreichen des Aufgabenziels zu beeinflussen.
Kriterien:
- die Abfolge einzelner Arbeitsschritte ist so wenig wie möglich vorgeben, der Benutzer kann zum Beispiel eine Bildschirmmaske in beliebiger Reihenfolge ausfüllen
- der Benutzer kann den Dialog an beliebiger Stelle unterbrechen; er gibt an, ob er den Dialog an Unterbrechungsstelle fortführen oder den Dialog beenden will
- die Anwendung reagiert sofort auf Benutzereingaben: beim Suchen von Datensätzen wird der erste Datensatz sofort angezeigt, weitere Datensätze im Hintergrund weiter gesucht
- eine Tabelle hat Buttons, mit deren Hilfe die Informationen spaltenweise sortiert werden können
- eine Suchmaschine bietet die Möglichkeit, die Zahl der auf einer Seite anzuzeigenden Treffer einzustellen
- ein Tool ermöglicht es den Benutzern, einen Dateidownload zu unterbrechen und später fortzusetzen
- umfangreiche Grafiken werden als „Thumbnails“ (= kleines Bild) dargestellt, die bei Bedarf vom Benutzer vergrößert werden können
Erwartungskonformität
Eine Anwendung kann Erwartungskonformität nachweisen, wenn sie den Kenntnissen aus bisherigen Arbeitsabläufen, der Ausbildung und der Erfahrung des Benutzers, sowie allgemeinen Konventionen entspricht.
Kriterien:
- bei ähnlichen Arbeitsaufgaben ist der Dialog ähnlich gestaltet
- inhaltlich zusammengehörige Objekte werden in Gruppen zusammengefasst darstellt
- gleichartige Informationen werden innerhalb einer Anwendung immer gleich bezeichnet und an gleichen Positionen angezeigt
- Push Buttons werden in Bildschirmfenstern immer auf gleiche Weise angeordnet
- gleichartige Funktionen werden immer auf gleiche Art und Weise aktiviert
- bei ähnlichen Aktionen sind die Antwortzeiten ähnlich, bei kalkulierbaren Abweichungen wird der Benutzer hierüber informiert
- jedes Objekt hat in allen Systemzuständen die gleichen Eigenschaften
- beim Drücken der Tabulator-Taste springt der Cursor auf das nächste Eingabefeld
- ein Link zur Startseite ist unter dem Firmenlogo links oben platziert
- etablierte Bezeichnungen werden durchgängig verwendet, zum Beispiel heißt der "Warenkorb" im Online-Shop immer und in allen Zusammenhängen "Warenkorb"
- unterstrichene Wörter sind immer Hypertext-Links
Fehlertoleranz
Ein Dialog ist fehlerrobust/-tolerant, wenn trotz erkennbar fehlerhafter Eingaben das beabsichtigte Arbeitsergebnis mit keinem oder nur minimalem Korrekturaufwand erreicht wird.
Kriterien:
- durchgeführte Aktionen können jederzeit zurückgenommen werden, sofern notwendig (zum Beispiel Formatieren von Textabschnitten, aber nicht immer möglich und sinnvoll: dann Sicherheitsabfrage erforderlich)
- Eingaben dürfen nicht zu undefinierten Systemzuständen führen
- in der Regel werden Fehlermeldungen sofort ausgegeben
- Fehlermeldungen beinhalten Hinweise zum Ort des Fehlers, der Fehlerursache und den Korrekturmöglichkeiten
- Fehlermeldungen sind verständlich formuliert und einheitlich strukturiert
- kann ein Fehler oder Problem auf verschiedene Weise behoben werden, werden dem Benutzer Korrekturalternativen oder die Möglichkeit eines sinnvollen Neuanfangs angeboten
- vor Durchführung kritischer Aktionen (Datenverlust) gibt es eine Rückfrage für den Benutzer
- Fehlermeldungen werden nicht technisch verklausuliert oder als Nummer angezeigt, sondern in der Sprache der Benutzer formuliert
Erlernbarkeit
Das Kriterium der Erlernbarkeit bezieht sich auf die Zeit, die ein Benutzer benötigt, um die Anwendung (nicht die damit unterstützte Aufgabe) zu beherrschen.
Kriterien:
- die Anwendung ist so aufgebaut, dass der Benutzer die Struktur logisch nachvollziehen kann, die Logik von gewohnten Arbeitsabläufen spiegelt sich in der Benutzungsoberfläche wieder
- die angebotene Information beschränkt sich auf die Menge von Informationen, die zur Erledigung der einzelnen Aufgaben benötigt wird
- Tastenkombinationen, Abkürzungen oder Tastenkürzel sind aufgrund zugrundeliegender Logik leicht verständlich und so leicht zu behalten
- Aktionen mit Umkehraktion werden so ausgelöst, dass der Benutzer eine generelle Regel zwischen Aktion und Umkehraktion erkennt
verwendete Begriffe entsprechen der Sprache beziehungsweise Fachsprache des Benutzers
- in einer "Guide-Tour" kann sich der Benutzer mit besonderen Tricks in der Bedienung einer Applikation vertraut machen
- in der Site-Map kann man sich ansehen, nach welcher Logik die Website strukturiert wurde
Individualisierbarkeit
Die Individualisierbarkeit einer Anwendung ist gegeben, wenn es dem Benutzer möglich ist, sie an seine speziellen Anforderungen und seinen Wissensstand anzupassen.
Kriterien:
- für ungeübte Benutzer und Gelegenheitsbenutzer besteht eine ausführliche Benutzerführung, während erfahrene Benutzer auf kurzem Wege zum Ziel geführt werden
- die Anwendung kann über Maus und Tastatur gleichermaßen bedient werden
- Benutzer können eigenes Vokabular einbringen (zum Beispiel bei Benennung von Objekten), die Installation individueller Funktionen (Makros) ist möglich
- in einem personalisiertem Web-Portal kann der Benutzer festlegen, welche Fenster an welcher Bildschirmposition angezeigt werden
- ein editierbares Profil ermöglicht die Angabe, welche News man in der Mailing-Liste lesen möchte
- den Kunden eines Online-Shops wird erspart, persönliche Bestellinformationen bei jedem Besuch eingeben zu müssen, das System erkennt sie und füllt entsprechende Formularfelder selbstständig aus (unter Beachtung der Datensicherheit)
- auf der Website besteht die Möglichkeit, eine HTML- oder Flash-Version anzuwählen
- das Flash-Intro kann übersprungen werden
- vergleiche BildscharbV, BGI 852 Teile 1, 3 und 4, DIN EN ISO 9241 Teile 8, 11-17, 110 und 171, DIN EN ISO 10075-1, BGI 650
Arbeitsablaufbezogene Einflussfaktoren
Einflüsse weiterer Faktoren sowie Gestaltungsansätze sind beschrieben in [1] und [5].
Vorschriften, Regelwerk, Literatur
Gesetze, Verordnungen
- Sechsundzwanzigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes - Verordnung über elektromagnetische Felder (26. BImSchV)
- Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
- Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
- Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
- Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV)
- Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (ElektroG)
- Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Betriebsmitteln (EMVG)
- Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)
- Röntgenverordnung (RöV)
- Strahlenschutzverordnung (StrlSchV)
Berufsgenossenschaftliche Vorschriften
- BGV A3: Elektrische Anlagen und Betriebsmittel
- BGV A8: Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz
- BGV B11: Elektromagnetische Felder
Regeln der Technik
- DIN 461:1973 Graphische Darstellung in Koordinatensystemen
- DIN 1450:1993 Schriften - Leserlichkeit
DIN 2137-1/A1:2001) Büro- und Datentechnik – Tastaturen: Deutsche Tastatur für Schreibmaschinen; Tastenanordnung und Belegung mit Schriftzeichen (Normentwurf) - DIN 2137-6:2003 Büro- und Datentechnik - Tastaturen: Deutsche Tastatur für die Daten- und Textverarbeitung sowie für Schreibmaschinen; Tastenanordnung und Belegung mit Funktionen
- DIN 2137-12:2004 Büro- und Datentechnik - Tastaturen: Deutsche Tastatur für die Daten- und Textverarbeitung; Tastenanordnung und Belegung für tragbare Rechner
- DIN 2403:2007 Kennzeichnung von Rohrleitungen nach dem Durchflussstoff
- DIN 32541:1977 Betreiben von Maschinen und vergleichbaren technischen Arbeitsmitteln : Begriffe für Tätigkeiten
- DIN 33404-3:1982 Gefahrensignale für Arbeitsstätten : Akustische Gefahrensignale : Einheitliches Notsignal : Sicherheitstechnische Anforderungen, Prüfung
- DIN 33414-4:1990 Ergonomische Gestaltung von Warten : Gliederungsschema, Anordnungsprinzipien
- DIN 33870:2001 Informationstechnik - Büro- und Datentechnik - Anforderungen und Prüfungen für die Aufbereitung von gebrauchten Tonermodulen schwarz für elektrophotographische Drucker, Kopierer und Fernkopierer
- DIN 43790:1991 Grundregeln für die Gestaltung von Strichskalen und Zeigern
- DIN 67510-2:2002 Langnachleuchtende Pigmente und Produkte : Messung von langnachleuchtenden Produkten am Ort der Anwendung
- DIN 67510-3:2004 Langnachleuchtende Pigmente und Produkte : Bodennahes langnachleuchtendes Sicherheitsleitsystem
- DIN 67510-4:2008 Langnachleuchtende Pigmente und Produkte : Produkte für langnachleuchtende Sicherheitsleitsysteme : Markierungen und Kennzeichnungen
- DIN 80416-1:2002 Allgemeine Grundlagen für graphische Symbole auf Einrichtungen - Teil 1: Gestaltung Graphischer Symbole
- DIN 80416-1:2007 Allgemeine Grundlagen für graphische Symbole auf Einrichtungen - Teil 1: Gestaltung graphischer Symbole (Normentwurf)
- DIN EN 574:1997 Sicherheit von Maschinen : Zweihandschaltungen : Funktionelle Aspekte : Gestaltungsleitsätze
- DIN EN 574/A1:2008 Sicherheit von Maschinen : Zweihandschaltungen : Funktionelle Aspekte : Gestaltungsleitsätze (Normentwurf)
- DIN EN 842:1996 Sicherheit von Maschinen : Optische Gefahrensignale : Allgemeine Anforderungen, Gestaltung und Prüfung
- DIN EN 842/A1:2008 Sicherheit von Maschinen : Optische Gefahrensignale : Allgemeine Anforderungen, Gestaltung und Prüfung (Normentwurf)
- DIN EN 894-1:1997 Sicherheit von Maschinen : Ergonomische Anforderungen an die Gestaltung von Anzeigen und Stellteilen : Allgemeine Leitsätze für Benutzer-Interaktion mit Anzeigen und Stellteilen
- DIN EN 894-1/A1:2008 Sicherheit von Maschinen : Ergonomische Anforderungen an die Gestaltung von Anzeigen und Stellteilen : Allgemeine Leitsätze für Benutzer-Interaktion mit Anzeigen und Stellteilen (Normentwurf)
- DIN EN 894-2:1997 Sicherheit von Maschinen : Ergonomische Anforderungen an die Gestaltung von Anzeigen und Stellteilen : Anzeigen
- DIN EN 894-2/A1:2008 Sicherheit von Maschinen : Ergonomische Anforderungen an die Gestaltung von Anzeigen und Stellteilen : Anzeigen (Normentwurf)
- DIN EN 894-3:2000 Sicherheit von Maschinen : Ergonomische Anforderungen an die Gestaltung von Anzeigen und Stellteilen : Stellteile
- DIN EN 894-3/A1:2008 Sicherheit von Maschinen : Ergonomische Anforderungen an die Gestaltung von Anzeigen und Stellteilen : Stellteile (Normentwurf)
- DIN EN 981:1997 Sicherheit von Maschinen : System akustischer und optischer Gefahrensignale und Informationssignale
- DIN EN 981/A1:2008 Sicherheit von Maschinen : System akustischer und optischer Gefahrensignale und Informationssignale (Normentwurf)
- DIN EN 29241-3:1993 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten : Anforderungen an visuelle Anzeigen
- DIN EN 29241-3/A1:2002 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten : Anforderungen an visuelle Anzeigen
- DIN EN 60447:2004 Grund- und Sicherheitsregeln für die Mensch-Maschine-Schnittstelle : Kennzeichnung - Bedienungsgrundsätze
- DIN EN 60950-1:2006 Einrichtungen der Informationstechnik - Sicherheit - Teil 1: Allgemeine Anforderungen
- DIN EN 60950-1,Beiblatt 1:2007 Sicherheitsaspekte für xDSL-Signale in Stromkreisen für den Anschluss an Telekommunikationsnetze - (DSL: digitale Teilnehmerleitung)
- DIN EN 60950-21:2003 Einrichtungen der Informationstechnik - Sicherheit - Teil 21: Fernspeisung
- DIN EN 60950-22:200 Einrichtungen der Informationstechnik - Sicherheit - Teil 22: Einrichtungen für den Außenbereich
- DIN EN 60950-23:2006 Einrichtungen der Informationstechnik - Sicherheit - Teil 23: Große Einrichtungen zur Datenspeicherung
- DIN EN 61310-1/VDE 0113-101:2008 Sicherheit von Maschinen : Anzeigen, Kennzeichen und Bedienen : Anforderungen an sichtbare, hörbare und tastbare Signale
- DIN EN 61310-3:2008 Sicherheit von Maschinen : Anzeigen, Kennzeichen und Bedienen : Anforderungen an die Anordnung und den Betrieb von Bedienteilen (Stellteilen)
- DIN EN ISO 6385:2004 Ergonomie – Grundsätze der Ergonomie für die Gestaltung von Arbeitssystemen (ISO/DIS 6385:2004)
- DIN EN ISO 6682:1995 Erdbaumaschinen - Stellteile - Bequemlichkeitsbereiche und Reichweitenbereiche
- DIN EN ISO 6682/A1:2008 Erdbaumaschinen - Öffnungen - Bequemlichkeitsbereiche und Reichweitenbereiche
- DIN EN ISO 7731:2005 Ergonomie - Gefahrensignale für öffentliche Bereiche und Arbeitsstätten – Akustische Gefahrensignale
- DIN EN ISO 7731 Berichtigung 1:2006 Ergonomie - Gefahrensignale für öffentliche Bereiche und Arbeitsstätten - Akustische Gefahrensignale (ISO 7731:2003)
- DIN EN ISO 7779/A2:2008 Akustik - Geräuschemissionsmessung an Geräten der Informations- und Telekommunikationstechnik - Änderung 2: Überarbeitung der Abschnitte zu Messflächen, zu Verfahren der Geräteaufstellung und -betrieb und zur Erkennung auffälliger Einzeltöne
- DIN EN ISO 9241-1:2002 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten : Allgemeine Einführung
- DIN EN ISO 9241-4:1999 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten - Teil 4: Anforderungen an die Tastatur
- DIN EN ISO 9241-4 Berichtigung 1:2002 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten - Teil 4: Anforderungen an die Tastatur
- DIN EN ISO 9241-6:2001 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten - Teil 6: Leitsätze für die Arbeitsumgebung
- DIN EN ISO 9241-7:1998 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten : Anforderungen an visuelle Anzeigen bezüglich Reflexionen
- DIN EN ISO 9241-8:1998 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten : Anforderungen an Farbdarstellungen
- DIN EN ISO 9241-9:2002 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten - Teil 9: Anforderungen an Eingabemittel, ausgenommen Tastaturen
- DIN EN ISO 9241-10:1996 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten : Grundsätze der Dialoggestaltung
- DIN EN ISO 9241-11:1999 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten : Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit; Leitsätze
- DIN EN ISO 9241-12:2000 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeit mit Bildschirmgeräten - Teil 12: Informationsdarstellung
- DIN EN ISO 9241-13:2000 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten - Teil 13: Benutzerführung
- DIN EN ISO 9241-14:2000 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten - Teil 14: Dialogführung mittels Menüs
- DIN EN ISO 9241-15:1999 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten - Teil 15: Dialogführung mittels Kommandosprachen
- DIN EN ISO 9241-16:2000 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten - Teil 16: Dialogführung mittels direkter Manipulation
- DIN EN ISO 9241-17:2000 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten - Teil 17: Dialogführung mittels Bildschirmformularen
- DIN EN ISO 9241-110:2008 Ergonomie der Mensch-System-Interaktion - Teil 110: Grundsätze der Dialoggestaltung
- DIN EN ISO 9241-171:2008 Ergonomie der Mensch-System-Interaktion - Teil 171: Leitlinien für die Zugänglichkeit von Software
- DIN EN ISO 9921:2004 Ergonomie - Beurteilung der Sprachkommunikation
- DIN EN ISO 10075-1:2000 Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung : Allgemeines und Begriffe
- DIN EN ISO 10075-2:2000 Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung : Gestaltungsgrundsätze
- DIN EN ISO 13406-2:2003 Ergonomische Anforderungen für Tätigkeiten an optischen Anzeigeeinheiten in Flachbauweise - Teil 2: Ergonomische Anforderungen an Flachbildschirme
- DIN EN ISO 13407:2000 Benutzerorientierte Gestaltung interaktiver Systeme
- ISO 9241-3:1992 Ergonomische Anforderungen an Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten (VDTs); Teil 3: Anforderungen an Bildschirmgeräte
- ISO 9241-3 AMD1:2000 Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten - Teil 3: Anforderungen an visuelle Anzeigen
- ISO 9241-20:2008 Ergonomie der Mensch-System-Interaktion - Teil 20: Leitlinien für die Zugänglichkeit von Informations- und Kommunikationstechnik und Dienstleistungen
- BGI 523: Mensch und Arbeitsplatz
- BGI 597-2: Arbeit und Gesundheit: "Umgang mit elektrischem Gerät"
- BGI 650: Bildschirm- und Büroarbeitplätze – Leitfaden für die Gestaltung
- BGI 820: Laserdrucker; sicher betreiben
- BGI 852-1: Nutzungsqualität von Software
- BGI 852-3: Einrichten von Software – Leitfaden und Check für Benutzer
- BGI 852-4: Software-Kauf und Pflichtenheft – Leitfaden und Arbeitshilfen für Kauf, Entwicklung und Beurteilung von Software
- BGI 5001: Büroarbeit - sicher, gesund und erfolgreich; Praxishilfen für die Gestaltung
- BGI 5018: Gesundheit im Büro - Fragen und Antworten
- BGR B11: Elektromagnetische Felder
Literatur
- [1] Facaoaru, R.; Frieling, E.:
Verfahren zur Ermittlung informatorischer Belastungen - Theoretische und konzeptionelle Grundlagen
Zeitschrift für Arbeitswissenschaft 39 (1985), 2, 69-72 - [2] Luczak, H.:
Arbeitswissenschaft
Berlin: Springer 1993 - [3] Neumann, J., Timpe, K.-P.:
Psychologische Arbeitsgestaltung
VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften 1976 - [4] Schmidtke, H.:
Ergonomie
München: Carl Hauser Verlag 1993. - [5] Nohl, J.:
Verfahren zur Sicherheitsanalyse
Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag 1989 - [6] Dangelmaier, M.; Muntzinger, W. F.; Solf, J. J.:
Eignung von handbetätigten Stellteilen für translatorische und rotatorische Stellbewegungen
Dortmund: BAUA 1990 (Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse, 83: Stellteile) - [7] Läubli, T.; Fleischer, A. G.; Krueger, H.:
Gestaltung von Bildschirmarbeit
Dortmund: BAUA 1989 (Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse, 2/79: Bildschirmarbeitsplätze) - [8] Triebe, J. K.; Wittstock, M.:
Anforderungen aus der Sicht von Sicherheit und Gesundheitsschutz an die Softwareentwicklung
Dortmund: BAUA 1998 (Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse, 114) - [9] Frieling, E.; Sonntag, K.:
Lehrbuch Arbeitspsychologie
2. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage
Bern: Huber 1999 - [10] Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin:
Qualitätszeichen für technische Produkte im Büro
Dortmund: BAuA 2008 (BAuA-Quartbroschüre) - [11] Dzida, W.:
Gebrauchstauglichkeit von Software Ergo Norm. Ein Verfahren zur Konformitätserklärung von Software auf der Grundlage von DIN EN ISO 9241 Teil 10 und 11
Bremerhaven: Wirtschaftsverlag NW 2001 (Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Forschungsbericht, Fb 921) - [12] Richenhagen, G.; Prümper, J.; Wagner, J.:
Handbuch der Bildschirmarbeit
3. Auflage, Neuwied: Luchterhand 2002 - [13] Deutsches Institut für Normung e.V.:
DIN-Taschenbuch 353 – Ergonomie von Computer-Hardware. Empfehlungen für die Entwicklung, Auswahl und betriebliche Anwendung
Berlin: Beuth 2004 (CD-ROM) - [14] Neuhaus, R.:
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Büro- und Bildschirmarbeit
München: Deutscher Wirtschaftsdienst 2003 - [15] Dziambor, G.; Effenberger, G.; Scheuer, S.:
Flachbildschirme – Technische und ergonomische Aspekte
In: Blaha, F. (Hrsg.): Trends der Bildschirmarbeit
Wien: Springer 2001, 276-283 - [16] Keller Chandra, S.:
Ergonomische Anforderungen an Eingabemittel für Geräte und Informationstechnik
St. Augustin: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung 2008 (BGIA-Report, 3/2008) - [17] Döbele-Martin, C.; Harten, G. von; Martin, P.; Prümper, J.:
Ergonomie-Prüfer ABETO – Arbeitsanalyse nach Bildschirmarbeitsverordnung der TBS Oberhausen. Handlungshilfe zur ergonomischen Arbeits- und Technikgestaltung (mit Software zur Gefährdungsbeurteilung)
3. überarbeitete Auflage; Oberhausen: TBS NRW 2002 (Reihe Arbeit, Gesundheit, Umwelt, Technik; 52) - [18] Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (BITKOM):
Drucker, Kopier- und Multifunktionsgeräte: Sicherheit, Gesundheit und Umwelt
Mainz: BITKOM 2002 - [19] Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit:
Gefahrstoff-Information Büro
Erfurt: TMSFG 2001 - [20] Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin:
Kopiergeräte und Drucker im Büro
Dortmund: BAuA 2005 - [21] Bundesamt für Risikobewertung:
Gesundheitliche Bewertung Tonerstaub Nr. 014/2008
Berlin: Bundesamt für Risikobewertung 2008 - [22] Berufsgenossenschaftliches Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin: Gesundheitsgefahren durch Tonerstäube - Stellungnahme
Bochum: Ruhr-Universität 2006 - [23] Deutsches Institut für Normung e.V.: DIN-Taschenbuch 354 – Software-Ergonomie Empfehlungen für die Programmierung und Auswahl von Software
Berlin: Beuth 2004 - [24] Herczeg, M.:
Software-Ergonomie. Grundlagen der Mensch-Maschine-Kommunikation
München: Oldenbourg 2004 - [25] Rudlof, C.:
Handbuch Software-Ergonomie. Usability Engineering
2. Auflage Tübingen: Unfallkasse Post und Telekom 2006. - [26] Kern, P.:
Ergonomie. Seminarunterlagen, Universität Stuttgart, Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT)
1992 In: Bullinger, H.-J.: Ergonomie. Produkt- und Arbeitsplatzgestaltung. Stuttgart: Teubner 1994
Internetangebote/Links
- [27] "Ergonomie im Büro", Verwaltungs-Berufsgenossenschaft
- [28] "Einkaufsführer online", Verwaltungs-Berufsgenossenschaft
- [29] "Büroarbeit – sicher, gesund und erfolgreich. Praxishilfen für die Gestaltung.", Verwaltungs-Berufsgenossenschaft
- [30] "Software richtig einstellen", Verwaltungs-Berufsgenossenschaft
- [31] "Gesundheitsgefahren durch Tonerstäube", Amt für Gesundheit und Verbraucherschutz der Stadt Hamburg
Textbausteine für Prüflisten und Formblätter
Prüffragen zur Hardware
- Werden kritische Situationen durch Gefahrensignale rechtzeitig angezeigt und ist deren Wahrnehmung gesichert?
- Können aus Prozessmerkmalen (zum Beispiel Gerüche) Rückschlüsse auf sicherheitskritische Situationen geschlossen werden und ist den Beschäftigten deren Bedeutung bekannt?
- Sind akustische Informationen ausreichend hörbar?
- Ist die Sprachverständigung gesichert?
- Sind optische Informationen ausreichend sichtbar?
- Sind Informationen verständlich und eindeutig voneinander unterscheidbar?
- Ist die Sinnfälligkeit zwischen der Gestaltung von Anzeigen und der erwarteten Informationen gegeben?
- Werden körperliche Überlastungen bei der Handhabung von mechanischen Stellteilen vermieden?
- Ist eine ausreichende Rückmeldung nach der Betätigung von Stellteilen gewährleistet?
- Entspricht die Griffigkeit von Stellteilen den Anforderungen der Tätigkeit?
- Ist die Sinnfälligkeit zwischen der Bewegung von Stellteilen und der ausgelösten Wirkung gegeben?
- Ist die Sinnfälligkeit zwischen Stellteilen und Anzeigen gegeben?
- Entspricht die Anordnung der Stellteile den Handhabungsanforderungen?
- Sind die zu verstellenden Größen sowie die jeweilige Einstellung eindeutig erkennbar und verständlich?
- Wird die unbeabsichtigte Betätigung von Stellteilen vermieden?
Prüffragen zur Software
Aufgabenangemessenheit
- Enthält das Programm alle für Ihre Aufgabe benötigten Funktionen?
- Müssen Sie Eingaben oder Dialogschritte machen, die eigentlich überflüssig wären?
- Ist es Ihnen möglich, das wiederholte Eingeben von Daten oder Texten zu vereinfachen?
- Finden Sie, dass der erforderliche Aufwand für Ihr Arbeitsergebnis jeweils angemessen ist?
- Haben Sie das Gefühl, dass Sie Arbeiten machen müssen, die besser das Programm erledigen sollte?
- Müssen Sie Werte und Texte eingeben, die der Computer eigentlich wissen könnte?
- Müssen Sie sich mit Umwegen oder Tricks behelfen, um Ihre Arbeitsergebnisse so zu erzielen, wie Sie diese haben möchten?
- Finden Sie in dem Programm Hilfstexte, die Ihnen auch tatsächlich weiterhelfen?
Selbstbeschreibungsfähigkeit
- Sind die Informationen, die zur Erledigung der Aufgabe notwendig sind, auf dem Bildschirm übersichtlich verfügbar?
- Können Sie bei der Arbeit mit dem Programm erkennen, welche Eingabe als nächstes von Ihnen erwartet wird?
- Sind die Meldungen des Systems für Sie immer verständlich?
- Werden Sie vor Aktionen, die nicht rückgängig gemacht werden können, von der Software gewarnt?
- Hilft Ihnen die Hilfefunktion wirklich weiter, wenn einmal ein Dialogschritt oder Menüpunkt nicht ganz klar ist?
- Müssen Sie oft Kollegen oder ein Handbuch konsultieren, um weiterarbeiten zu können?
Steuerbarkeit
- Können Sie Ihre Arbeitsschritte in der Reihenfolge erledigen, die Ihnen am sinnvollsten erscheint?
- Macht das Programm manchmal etwas, ohne dass Sie es zu dem Zeitpunkt wollen?
- Können Sie bei Bedarf eine Aufgabe unterbrechen und später wieder fortsetzen, ohne alles neu eingeben zu müssen?
- Können Sie einen Arbeitsschritt wieder zurücknehmen, wenn es für Ihre Aufgabenerledigung zweckmäßig ist?
- Fühlen Sie sich in Ihrem Arbeitstempo durch das Programm manchmal gebremst, zum Beispiel durch zu lange Wartezeiten?
Erwartungskonformität
- Finden Sie Menüpunkte oder Funktionen dort, wo sie Ihrer Meinung nach auch sein sollten?
- Sind Sie sich bei Wartezeiten immer noch sicher, ob das Programm weiterarbeitet?
- Sind Sie manchmal überrascht, wie das Programm auf Ihre Eingabe reagiert?
Fehlertoleranz
- Bekommen Sie bei fehlerhaften Eingaben Korrekturhinweise?
- Können Sie die Folgen einer fehlerhaften Eingabe mit geringem Aufwand beheben?
- Arbeitet das Programm während der Ausführung Ihrer Aufgabe immer stabil und zuverlässig?
Individualisierbarkeit
- Können Sie am Computer alles so einstellen, dass Ihnen das Lesen und Arbeiten leichter fällt?
Lernförderlichkeit
- Ermöglicht Ihnen das Programm, auch einmal etwas gefahrlos auszuprobieren?
Arbeitsablaufbezogene Einflussfaktoren
- Werden Störungen der Informationsaufnahme, verarbeitung oder -umsetzung durch ungünstige Arbeitsumgebungsbedingungen, Mängel in der Arbeitsorganisation, Tragen persönlicher Schutzausrüstungen oder eingeschränkte individuelle Leistungsvoraussetzungen vermieden?
Festgestellte Gefährdungen/Mängel Hardware
- Stellteilhandhabung erfordert zu hohe körperliche Belastung
- Rückmeldung nach Betätigung der Stellteile ist unzureichend
- Stellteile sind nicht griffig
- Bewegung der Stellteile ist nicht sinnfällig
- Anordnung der Stellteile und Anzeigen ist ungünstig
- Stellgrößen und Anzeigen sind schwer zu erkennen/unverständlich
- unbeabsichtigte Betätigung der Stellteile ist möglich
Festgestellte Gefährdungen/Mängel Software
- Informationsaufnahme, -verarbeitung und -umsetzung durch ungeeignete Software erschwert
- Signale für die Anzeige sicherheitskritischer Situationen fehlen/haben Funktionsstörungen
- akustische Informationen sind zu leise oder undeutlich (zum Beispiel Gefahrensignale, Sprachverständigung)
- optische Informationen sind schlecht zu erkennen (zum Beispiel Gefahrensignale, Anzeigen, Schriften, Symbole, Farben)
- Signale werden durch ungünstige Arbeitsumgebungsbedingungen verdeckt (zum Beispiel Signalton durch Störlärm; Signallampen durch Dämpfe)
- Informationen sind schlecht voneinander zu unterscheiden
- Zeichen/Symbole/Piktogramme sind unverständlich
- Anzeigen sind nicht sinnfällig
- Bedeutungen sicherheitskritischer Prozessmerkmale sind unzureichend bekannt (zum Beispiel Gerüche, Beschleunigungen, Laufgeräusche von Motoren)
Arbeitsablaufbedingte Einflussfaktoren
- Überangebot aufzunehmender Informationen
- zu wenig Zeit zur Informationsverarbeitung
- Signalwahrnehmung/Stellteilhandhabung wird durch persönliche Schutzausrüstungen behindert
- eingeschränkte individuelle Leistungsvoraussetzungen (zum Beispiel Schwerhörigkeit, eingeschränktes Sehvermögen, unzureichende Kenntnisse bei Auszubildenden)
Maßnahmen
- ergonomische Software und Hardware beschaffen
- Hardware richtig aufstellen und verwenden
- akustische Signale verstärken und Störgeräusche reduzieren ...
- optische Gefahrensignale besser sichtbar machen ... (zum Beispiel Leuchtdichte erhöhen; störende Umgebungsfaktoren [Dämpfe, Rauche, Nebel, Blendung, Abschattung] vermeiden; Gefahrensignale nahe der Gefahrenquelle anordnen; Gefahrensignale im Gesichtsfeld anordnen)
- Anzeigen im Gesichtsfeld anordnen; nach Wichtigkeit, Benutzungshäufigkeit und Ablesefolge gruppieren ...
- Lesbarkeit der Schrift/Symbole/Piktogramme verbessern ...
- Beschäftigte unterweisen über sicherheitstechnische Prozessmerkmale, erforderliche Handlungsweisen, Signale, Umgang mit Software und Hardware...
- Stellteile entsprechend den Handhabungsanforderungen anordnen ...
- unbeabsichtigte Betätigung von Stellteilen verhindern …
- Griffigkeit von Stellteilen verbessern ...
- körperliche Belastungen bei der Handhabung von Stellteilen reduzieren

